Andrian Kreye, Süddeutsche

Dir wird man unter Umständen eines Tages einen dicken Orden an die Brust heften, weil Du es warst, der das Internet ohne grossen Aufwand mit Geruch verbunden hat. Mundgeruch.
Man muss nur 2 Zeilen von Deiner Hirnakrobatik lesen und schon verbreitet sich ein – ääh – schon möchte man schön weit weg flüchten, fern jeder Projektionsfläche, ob dieses hanebüchenen Hartgeschwafels.

Doch was sich da unter der Flagge von Freiheit, Fortschritt und digitaler Innovation als vermeintlich revolutionäre Gegenkultur formiert hat, ist nichts anderes als die Annektierung des Kulturbetriebes durch eine Technikbranche.

Darf’s nicht noch etwas mehr sein? So etwa: „Nazis enteignen die Rolling Stones“ oder was der Art? Nee? Schade. Über Auswurf a la:

Die Inhalte, wie nun jede Form von Kultur im Branchenjargon (von AOL+Compuserve etc. (red. Anm.)) genannt wurde, waren Gratiszugaben.

hätte man schon herzlich lachen können.
Ach so, für solch Müll hat Dir die Süddeutsche auch Geld überwiesen? Dann hab ich mal nix gesagt.

Die Aushebelung der Urheberrechte schafft jetzt schon ein Zweiklassensystem mit einem tiefen Graben zwischen Stars und einem kulturellen Prekariat. Die Auswirkungen auf die Zukunft der Kulturen ist schwer abzuschätzen. Sicher, die Kreativität, die digitale Technologien freisetzt, ist nicht zu leugnen. Doch da wird viel schöngeredet. Der beliebte Vergleich zwischen Urheberrechten und Patenten hinkt. Patente lassen sich vermarkten. Tantiemen sind dagegen nur ein kultureller Gesellschaftsvertrag. Der ist nun in Gefahr.

Uuh, Moment, muss mir mal kurz ne Träne wegdrücken.

Link: Kopierschutz am Ende – Falsche Revolutionäre (sueddeutsche.de)

Update: Siehe auch: kurz korrigiert 7: kulturprekariat und stars (fluechtigenotizen.wordpress.com)

Ein Kommentar to “Andrian Kreye, Süddeutsche”

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