Primacall verklagt Spreeblick
Primacall ist ein Telefonunternehmen aus Berlin, das sich selber so beschreibt:
primacall mit Sitz in Berlin ist ein bundesweit tätiger Anbieter von Telekommunikationsdienstleistungen. Das Unternehmen bietet Sprach-, Internet- und Datendienste an.
Mitte 2007 interviewte Spreeblick einen ehemaligen Call-Center-Agenten, der nach eigenen Angaben für das Unternehmen Kunden „aktivieren“ sollte. Die Geschäftspraktiken und der Umgang mit Kunden und Mitarbeitern wird in dem Interview sehr schlecht dargestellt. Daraufhin forderte Primacall von Spreeblick offenbar die Löschung des Artikels – auf das Angebot zu einer Gegendarstellung wurde nicht eingegangen, woraufhin Spreeblick besonders kritische Stellen zensierte.
Das reichte dem Telefonunternehmen offenbar nicht, so dass Primacall heute Klage gegen Spreeblick eingereicht hat. Obwohl sowohl Spreeblick als auch Primacall in Berlin ansässig sind, wurde in Hamburg geklagt.
Wann lernen Unternehmen endlich, dass solche Versuche in der Regel größere PR-Desaster nach sich ziehen, als es die eigentlichen kritischen Artikel tun? Die Artikel wird man eh nicht los – wie auf Netzpolitik vermutet wird, landet der Text wahrscheinlich bald auf Wikileaks.
Bald ist nun.
Sprich: Der Originaltext ist bei Wikileaks gelandet. Auch bei einfacher Googlesuche nach Primacall steht er schon auf Seite 2 der Ergebnisse.