Einige Gedanken zu Webfonts

Lange haben Webdesigner davon geträumt, nicht nur auf die paar Standardfonts zurückgreifen zu können – also Schriftarten, die auf fast allen System verfügbar sind – sondern eigene Schriftarten benutzen zu können. Mit @font-face ist es möglich, Schriftarten per CSS zu definieren, wobei ein Ort (src: url()...) angegeben wird, von wo es der Browser bei Bedarf runterladen kann. Das war im (praktisch unbedeutenden) CSS2 schonmal vorgesehen, ist in CSS2.1 aber leider wieder verschwunden. CSS3 wird diese Möglichkeit nun wieder enthalten. Neuere Browser-Versionen (Firefox 3.5, Opera 10 und Safari 3.1) unterstützen das Einbinden von Webfonts schon heute – andere Browser ignorieren das Stück CSS einfach.

Probleme

Wie auch viele andere benutzen auch wir vom Trash-Log bereits Webfonts. Leider birgt die Nutzung von Webfonts einige Probleme. So ist es zwar völlig legal, etwa Calibri als Schriftart per font-family: Calibri, Sans-Serif; zu benutzen. Calibri ersetzt Verdana in vielen neueren Microsoft-Programmen als Standardschriftart und wird somit automatisch „kostenlos“ auf vielen Systemen mitinstalliert. Einbinden darf man die Font-Datei aber nicht einzeln, denn Microsoft verkauft sie nebenher noch für $120! Ob nur der Seitenbetreiber haftet, oder auch der Besucher, dessen Browser unlizensierte Software runterläd, ist nicht geklärt.

Weitere Probleme ergeben sich aus dem Aufbau der font-Eigenschaft. Diese erlaubt es, mehrere Schriftarten anzugeben – ist eine auf dem System nicht vorhanden, wird die nächste probiert. Webfonts lassen da der Kreativität freien Lauf. Der CSS-Quelltext sieht dabei etwa so aus:

font: 2em Yanone, Verdana, Sans-Serif;

Besucht man die Seite mit einem Browser, der Webfonts nicht unterstützt, wird „Yanone“ vermutlich nicht gefunden, der Browser wird also Verdana benutzen. Obwohl wir mehrere Schriftarten angeben können, müssen wir uns aber für eine Schriftgröße (2em) entscheiden! Das führt zu drei Möglichkeiten, die alle nicht zufriedenstellen können:

  • Schriftgröße wählen, bei der Yanone gut aussieht
  • Schriftgröße wählen, bei der Verdana (als Standard-Schrift) gut aussieht
  • Ein Mittelmaß, bei dem beide ok, aber nicht toll aussehen

Fazit

Webfonts ermöglicht es Designern endlich aus dem alten Raster der immer gleichen Schriftarten im Web auszubrechen und die Schrift zu wählen, die am besten zur Seite passt. Es bestehen aber noch einige Probleme, die hoffentlich (teilweise) noch in der bisher nicht veröffentlichten CSS3-Recommendation gelöst werden. Eine Zuordnung von einer Schriftgröße zur einer Schriftart würde die Vorteile von Webfonts stark verbessern!

Ein Kommentar to “Einige Gedanken zu Webfonts”

  1.  Mike® schrieb am 07. Jan 2010 um 4:25 zitieren

    Jan meint, dass er zum Zeitpunkt der Entwicklung von Kaffeesatz sich nich allzuviel Gedanken über die Laufweite (und somit die damals Äonen entfernte Kompatibilität mit Webfonts) gemacht hat.
    Momentan ist er leider weit mehr als 200% damit beschäftigt, seine neue und meiner Meinung als Pseudo-Islamer nach hart derbst geilen Schriftart Amman zur entgültigen Marktreife zu entwickeln, als dass er noch ein brauchbares offizielles Statement zu Webfonts und Webfont-tauglichkeit von Schriften äussern könnte bzw. wollte.

    Kurzfassung: Jan steht @font-face eingebundenen Schriften sehr positiv gegenüber, sieht aber bei den Vertreibern, Verkäufern etc. keine grossen Lichtblicke, dass die vernünftiger argumentieren oder entscheiden könnten als die klassischen Versager in der MP3-Branche etc.

    Auf ganz deutsch: Schriften im Netz, solang sie nicht frei UND passend sind, sind mindestens weitere 5 Jahre unbrauchbar.

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