Opera -> Webkit -> häh?

Ich hab mir paar Tage überlegt, ob ich zu dem Wechsel bei Opera von Presto nach Webkit mich mal äussere, ob ich was zu den ganzen Meinungen von Leuten, die ich schätze, h(i)errante, mir das aber verkniffen, weil ich selbst da nur wenig ausformulierte Argumente für oder gegen habe, ausser, dass ich das spontan massiv Scheisse finde.

Heute schreibt Peter Kröner (wie gewohnt) einen recht guten Artikel der ein paar Aspekte zusammenbringt, die man als Webentwickler so hat, wenn man seinen Job etwas ernsthafter nimmt:
Über die verschiedenen Zukunftsprognosen für eine Welt ohne Presto (peterkroener.de)
Dem stimme ich mit vernachlässigbaren Ausnahmen weitestgehend zu.

Mal trotzdem noch meinen Standpunkt mit meinen Worten, obwohl dem so eigentlich nicht allzuviel hinzuzufügen wäre:
Ich nutze Opera (auf dem Desktop) nicht, und ich stand dem Browser immer schon recht – wie man so sagt – ambivalent gegenüber, eins der Hauptprobleme von Opera wird jetzt reinschlagen: das Scheissmenü (Ok, wenn ich mir andererseits die Scheissmenüs von Safari-Chrome-Firefox so anschaue, wird mir auch schlecht).
Opera wird (zumindest auf dem Desktop) Benutzer verlieren, die entweder für die excellente Engine bisher auf eine vernünftige Menüführung verzichten konnten, oder Benutzer behalten, die die Menüs durchschaut haben oder schmerzpervers sind oder beides.
Hinzukommen werden definitiv keine, was auf deutsch heisst: Opera auf dem Desktop wird auch im Jahr 16 nach Erscheinen der ersten offiziellen Version erst Recht keinen Fuss in die Tür bekommen. (Wie das Mobile aussieht, kann ich schlecht beurteilen, da habe ich bisher alles was nicht Opera war; gesehen, gelacht und gelöscht)

Ääh, wo war ich?
Ach, ein weitverbreiteter Trugschluss in der Geschichte ist einer:

Der Marktanteil von Opera wird nur in Europa gemessen und macht hier irgendwas im Dezimalstellenbereich aus (in allen anderen Regionen läuft Opera unter Sonstige).
Dementsprechend gering ist der Einfluss auf die HTML-Standards.

(Aus den Kommentaren zu Peters Artikel.)
Opera hatte selbstredend immer einen Einfluss auf die HTML-Standards und die Umsetzung in den Browsern. Der Marktanteil ist dabei vollkommen Wurst.
Stellvertretend für (und mit…) Opera haben nämlich Webentwickler die Standards vorangetrieben, die immer heulend ansehen mussten, wie ein logisch-semantisch durchdachtes Konstrukt in allen anderen Engines den 2. Platz gemacht hat.
Ok, ich übertreibe wie immer masslos, aber das ist ein Punkt, den man im Hinterkopf haben muss.

Ach bevor ich’s vergesse; die heutigen Standards aka Webkit hat übrigens auch nur über Multiplikatoren zu Google und Co gefunden. Da gabs mal einen anderen Nischenbrowser, Apple hat sich die Engine geklaut geholt, wurde dabei „erwischt“ und von Google rechts überholt. (Der „andere“ Nischenbrowser bietet mittlerweile übrigens (optional) den Wechsel zu Webkit an)
Da simmer nu. Was wollte ich eigentlich sagen?

Ach ja, dafür simmer 89 auffe Strasse!

Ne warte kommt noch was;

Die Apokalyptiker-Fraktion sieht hingegen eine neue Browsermonokultur unmittelbar vor der Tür stehen.

(Peter Kröner)
Ja, so weit war es schon einmal, als Netscape optional Trident angeboten hat. Das haben „wir“ mit Ach und Krach durchgestanden, indem „wir“ Mozilla aka Firefox grossgemacht haben (ja, genau, so wie „wir“ in den Neunzigern diese unselige IE-scheisse gegen (den zugegeben damals noch unseligeren) Netscape(4.x) grossgemacht haben).

Ein Kommentar to “Opera -> Webkit -> häh?”

  1.  Eddy schrieb am 20. Feb 2013 um 8:13 zitieren

    Super gelungener Beitrag !!
    Möchte aber ergänzen, das die Usability und Menüführung absolut nichts mit der Rendering Enigene des Browsers zu tun hat.

    Für alles andere gibt es sehr gute E-Mail Clients auf Open Source Basis.

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