Die etwas Älteren unter uns erinnern sich sicher, dass der Firefox ursprünglich aus dem Grund aus einer Rippe des Mozilla-browsers (heute Seamonkey, wiederum allerdings ein Kind des Firefox, also quasi Mozilla und der Enkel von Mozilla in Personalunion) geschnitten wurde, damit er durch weniger Ballast schneller würde.
Das hat sich natürlich über die Jahre als Quatsch mit Soße herausgestellt, nachdem immer mehr Mist integriert wurde, der dieses Stück Crippleware teilweise tatsächlich langsamer macht, grossteils aber stets Entwicklerkapazitäten gebunden hat (und das weiterhin tun wird), die für wirkliche Verbesserungen permanent und schmerzhaft fehlen.
Grad tickert mir mal wieder eine Glanzleistung aus dem Hause Mozilla rein, wo ich mich frage, ob die da jetzt vollkommen durchdrehen:
[...] 4 Beta 11 [...] Die interessanteste Neuerung ist jedoch die Privatsphären-Funktion “Do Not Track”. Mit ihr können Nutzer Webseiten mitteilen, dass sie kein Tracking durch Werbenetzwerke wünschen.
Löbliche Sache soweit. Ich implementier das mal:
Das erfolgt mittels speziellem HTTP-Header, den der Browser mit jeder Anfrage an einen Server überträgt.
Die Do-Not-Track-Funktion muss in den Browser-Einstellungen aktiviert, ist also optional. Beim Browsen wird sich dadurch laut Mozilla-Blog nichts ändern – zumindest nicht, solange Webseitenbetreiber und Werbetreibende nicht den Do-Not-Track-Header auswerten. Dazu sind sie bisher nicht verpflichtet
Also: Ich schicke im Header die Info mit, dass ich nicht getrackt werden möchte. Der Serverbetreiber wertet diesen Teil des Headers selbstverständlich nicht in meinem Sinne aus, sondern trackt weiter wie gehabt.
Moooment, muss mich mal kurz am Kopf kratzen.
Ääh, noch alle Latten am Zaun?
Also: Google als grösstes Trackingschwein da draussen überweist monatlich dicke Geldbündel an die Mozilla-foundation und denen fällt nix anderes ein, als ihre Entwickler für solchen Schlangenölmist zu bezahlen?
Versteh ich alles nicht, kann mir mal jemand auf die Sprünge helfen?
P.s. Heute im Usenet gelesen; im FF gibt’s ja dieses tolle Feature sämtliche Urls mit einer Liste auf stopbadware (vormals lief das direkt über Google, aufgrund der Proteste hat man da widerwillig den Umweg der Daten über diese „eigenständige externe“ Domain eingebaut) abzugleichen. Das kann man deaktivieren. Angeblich. Nun hat da der Usenet-fragende seinen Traffic mal mitgeschnitten, und der Firefotz schickt wohl nach wie vor alle Daten weg.
Quelle: Firefox 4 Beta 11 für mehr Privatsphäre (golem.de)