Zur aktuellen: Zero-Day-Lücke in Windows

schreibt Heise unter anderem:

Microsoft beschreibt eine Reihe von Schutzmaßnahmen, welche die Angriffe abwehren sollen. So soll man etwa sicherstellen, dass die Benutzerkontensteuerung (User Account Control, UAC) aktiv ist. Im Falle eines Angriffs meldet sich diese mit einem Dialog zu Wort. Sofern man diesen nicht bestätigt, soll der Code auch nicht ausgeführt werden.

Mehr zum Thema UAC steht da nicht. Bspw. nicht, dass dieses dermaßen bescheuerte Konzept (was bei diversen ähnlich beknackten Linux-GUI-Konzepten abgeschaut ist) im besten Falle genau 3 Mal nach der Installation von Windows aufgrund Konditionierung komplett ins Leere greift.

Welcher Otto-normal-Dau weiss denn nach 50-maligem Wegklicken des UAC-nagscreens was er da überhaupt macht? Welcher etwas versiertere Benutzer?

JEDER Dau klickt bei der UAC auf [ok], ob das nun beim Runterladen von irgendwelchen geilen Tools oder beim Besuchen einer Webseite ist.

Deutschlands dümmstes Boulevardblatt…

Der Spiegel schreibt in einem widerwärtig „Deutschlands dümmste Gewerkschaft“ betitelten Artikel neben allerlei anderem Schmarrn:

Derzeit bastelt die Bundesregierung zudem an einem Gesetz zur sogenannten Tarifeinheit. Im schwerwiegendsten Fall dürften sogenannte Spartengewerkschaften dann nicht mehr streiken, weil die größeren mit mehr Mitgliedern in einem Betrieb dann Vorrang hätten.

Schön gezirkelschlusst. Die Gewerkschaft (bzw. die Lokführer) darf nicht streiken, weil man ihr ja eh durch die Hintertür das Streikrecht nehmen könnte. m(

Gehts noch einen Zacken dümmer? Könnten die sich aus Angst nicht einfach gleich erschiessen oder wie?

So ein widerwärtiger riesiger Hartmüll, die Woche fängt richtig gut an.

Bonuswitz: Die Lokführer verdienen um die 2000,- netto, das war mir grad neu. Wieso streiken die erst jetzt?

20 Jahre Netscape

Auf Heise gibts ’nen meiner Meinung nach zu kurz gehaltenen Artikel zum Thema. Steht viel Quatsch drin, viel aus dem Zusammenhang gerissenes und wenig substantielles. KannWill ich grad ich auch nicht besser, aber der Quatsch bleibt da bitte nicht so stehen:

Zur Jahreswende 1995/96 erreichte der Browser einen Marktanteil von fast 80 Prozent. Doch der Höhenflug währte nicht lange. Microsoft drängelte das Startup mit immer besseren Versionen von Internet Explorer vom Markt, die bereits in Windows enthalten und somit ohne weitere Kosten nutzbar waren.

Dum? Formal korrekt, aber sachlich nicht. Der IE kam mit W95 gebündelt. Also Ende 94. Ab da nahm er mit dem absolut lachhaften IE3 (wenn ich mich recht entsinne), also mit einem richtigen Scheissbrowser, dem NN Marktanteile ab. Aber eben nicht, weil er eine „bessere Version“ war, sondern, weil es (afair ab W95B (die A war ja auch recht lachhaft)) mit dem OS gebündelt war, was (nochmal afair) im Nachhinein mit nem fetten Bussgeld gewürdigt wurde. Da war Netscape wegen der Bündelung schon recht tot, und von dem Bußgeld hamse auch nix gesehen.

Der „bessere“ IE(4) kam 97 oder so und ab da hat Netscape geschlafen oder war noch in der Totenstarre. Und selbst wenn’s 96 war, einen Browser von Microsoft wollte zu der Zeit keiner freiwillig (s.o.) haben, der ins Netz wollte.

Die lange geplante Version 5 sollte nie erscheinen.

Natürlich sollte die erscheinen. Aus Langeweile hat man da nich lange Jahre dran Arbeit und Geld hingeworfen. Ach, das „sollte“ war garnich so gemeint? Den NN5 der hier irgendwo rumliegt hab ich mir ausgedacht. Ok.

Überraschenderweise schaffte Netscape eine Wiedergeburt als Open-Source-Projekt. Als das gemeinnützige Unternehmen Mozilla […] seinen 10. Geburtstag feierte, war der Navigator-Nachfolger Firefox gerade dabei, den Internet Explorer wieder vom Thron zu schubsen.

Der Navigator-nachfolger ist die Mozilla-suite (heute Seamonkey*)!
Verdammt nochmal!
Ein Abkömmling der Mozilla-Suite ist Phoenix. In späterer Version umbenannt in Firebird. In späterer Version umbenannt in Firefox. Ursprünglich geplant als schlanke Alternative zur Mozilla-suite (was bis FF 4 etwa grob funktioniert hat), heute ein Stück Software, wo mittlerweile fast sämtliche Neuerungen darin bestehen, die Oberfläche noch unbedienbarer zu machen. Der „letzte Seite“-button von letzter Woche ist heute woanders und bspw. Tab-gruppe-speichern ist in nem ganz anderen Browser, zumindest nicht in FF.

* um die Korinthenkacker vorwegzunehmen: Seamonkey „heute“ ist mittlerweile tatsächlich ein Abkömmling von Firefox. Die Geschichte erzähle ich ein anderes Mal.

Schirrmacher-nachrufe…

braucht kein Mensch.
Hab da doch grad was hybsches gefunden, was ich meinen 3 Lesern nicht vorenthalten möchte:

Die Ambivalenz, die geistige Überlegenheit in sich trägt
(ueberschaubarerelevanz.com)
Spass ham!

Das Sturmgeschütz 14/2014

der aktuelle Spiegel schreibt ne Geschichte über einen Verein, dem noch nicht genug Historie in Weimar vorhanden ist, und die da das Bachhaus wieder aufbauen wollen. Da gibts sogar ne Petition – sinngemäss: „wir wollen das Bachhaus auf dem Grundstück von dem und dem wieder aufbauen, aber der gemeine Kapitalist will das nich“ – für.

Einleitung, zweiter Absatz:

Zwar hat der Komponist im 18. Jahrhundert fast zehn Jahre lang in der Stadt gelebt, am Markt 16, mitten im Zentrum.
Doch das Haus ist längst abgerissen, heute stehen an der Stelle Bratwurststände und Autos.

wunderschön illustriert mit einem Foto dieses Schandflecks auf dem neben einer (zugegeben recht hässlichen) Mauer, die selbstverständlich ein paar Autos aus der öffentlichen Wahrnehmung entzieht(!) – tada! – genauso selbstverständlich natürlich kein Bratwurststand zu sehen ist (und sonst auch nie einer steht, selbst zum Zwiebel- oder Weihnachtsmarkt nicht).
„Mitten im Zentrum“ ist natürlich auch ne schöne Geschichte, wenn Richtung Osten noch 2 Häuser kommen und dann erstmal über einen Kilometer nichts und dann ein paar 80er-Jahre Zone-Vorstadt-Häuschen.

Nichts deutet darauf hin, dass sich unter dem Parkplatz ein bedeutsames Renaissance-Gewölbe befindet:  [Spiegel-Geschwurbel].

Da muss man dem Autor zustimmen, an der Mauer ist leider leider nur eine Tafel angebracht, der man entnehmen kann, wen Bach vor Urzeiten hier mal geschwängert und wann er mal publikumswirksam gefurzt hat und dergleichen, wo man doch von allen anderen Sehenswürdigkeiten der Stadt weiss, dass irgendwelche modrigen Keller schon 2km vor dem „Ereignis“ grossflächig ausgeschildert sind.

Das ist soooo gemein!1111eins

Der Russe…

Headline im aktuellen Spiegel:

Die seelenlosen Spiele
Russland hat 38 Milliarden Euro in die Winterspiele gesteckt, [blablubb]. Dennoch blieben sich Russen und der Rest der Welt in Sotschi fremd. Für das deutsche Team endete Olympia gar mit einem Desaster – dem Dopingfall der Biathletin Evi Sachenbacher-Stehle.

… das isn ganz ausgebuffter Typ, hat der sich sogar einen „Dopingfall“ ausgedacht, fast so schlimm wie demletzt die Urkatastrophe des 2WK1. Den sollten wir im Auge behalten!111

Edit: den zugehörigen Artikel tatsächlich auch mal zunehmend angewidert dazu angelesen, und es läuft scheinbar tatsächlich darauf hinaus, dass die Evi wegen der bösen Russen gar nicht anders konnte als zu Dopen.

Gesehen: The Wolf of Wallstreet

Wikipedia sagt: „Der Film erhielt überwiegend positive Kritiken.“.

Dafür dass unterirdisches Kino der dümmsten Sorte geboten wird – wenn man die Filmkritik 30 Jahre zurückdreht – in den Achtzigern wäre das ein richtig steiler Plot gewesen … muss man sagen: „positiv“? Kann man machen, wenn schmale Schatten geworfen werden.
Für 2013  isses einfach nur absoluter Hartmüll. Positiven Kritikern kann ich mal unverbindlich anbieten  mit Anlauf die Nase geradezuziehen.

Hier schön in einer Reihe anstellen: …

… was für ein unfassbar langweiliger an den Haaren herbeigezogener hanebüchener unambitionierter Scheissdreck … Dieser Dumm-Quatsch ist so schlecht, dass er schon wieder schlecht ist.

Meine geliebten Taz-Schmierfinken…

Bildunterschrift* zu einem Teaser-Bild von Kaminer in einem Interview mit – tada! – Kaminer:

„Im Grunde geht es bei der Olympiade ja um die gleiche Geschichte wie in der Ukraine“

Genau, wir warten auf das grosse Hauen und Stechen! Oh, Moment, das hat der garnich gesagt?

Im Grunde geht es bei den Olympischen Spielen ja um die gleiche Geschichte wie in der Ukraine.

(später im „richtigen“ Text)
So isse die Taz, offenbar kein Geld für Lektorat über aber dafür darf stattdessen wahrscheinlich der waldorfgeprüfte Setzer und die Putzfrau im Text rumpfuschen.

* online ist leider leider weder das selbe Bild wie auf dem toten Regenwald noch das beschruppte Zitat-zitat zu finden, daher kann ich da leider keinen Link setzen.

 

Spass mit Arte.tv …

Heute gabs mal ne Doku über Bären und nen Wildhüter in Kamtschatka. Nicht sonderlich aufregend, kann man aber sehen.

Das meiner Erinnerung erste Mal, dass der Stream durchlief ohne zu buffern oder gar ganz stehenzubleiben.

Zum Schluss wurds allerdings nochmal ziemlich spannend:

hc_029

Ich hab nich gelacht!

Zu HOT (Crisis Mapping),

schreibt „die Zeit“ einen ausnahmsweise nich ganz schlechten Artikel:

Freiwillige aktualisieren Landkarten der philippinischen Krisenregion. Für die Helfer vor Ort ist das oft lebenswichtig. (zeit.de)

Dummerweise wurde der Artikel vor dem Veröffentlichen nicht kompetent gegengelesen (bspw. auch nicht vom im Artikel zitierten und scheinbar konsultierten Pascal Neis (ein Freak!;))) und da bleiben wie so oft diverse Komponenten einer Geschichte irgendwo liegen:

Als Vorlage für die Landkarten dienen hochauflösende Satellitenbilder; Details sind noch in Bereichen deutlich unter einem Meter zu erkennen. […]
Normalerweise sind Satellitenbilder ein teures Gut: Die Betreiber verlangen oft hohe Gebühren für die Nutzung der Aufnahmen. Ein Sonderabkommen mit den UN stellt jedoch sicher, dass die Krisenhelfer das Material für ihre Karten kostenlos bekommen.

Mei. Ja. Nein. So ein Mist.
HOT läuft in 2 Stufen.

  • Zuerst malt man die Sat-Bilder von i.d.R. Bing-Maps (ja, die bösen Microsofties geben ihre SAT-Bilder kosten- und bedingungslos an einen freien Konkurrenten – nämlich OpenStreetMap – ab und das sogar permanent),
  • erst im zweiten Schritt werden aus von der UN generös vorübergehend zur Verfügung gestellten semi-freien Quellen die Schäden drüberdokumentiert.

Auf deutsch: Das Material kommt (permanent) kostenlos von Microsoft und von diversen anderen Anbietern UND im Krisenfall gibt’s nochmal paar zeitnahe Häppchen extra.

Ach:

Bei dem verheerenden Erdbeben auf Haiti im Januar 2010 konnten die Krisenkartografen erstmals entscheidend helfen und erstellten teilweise völlig neues Kartenmaterial – auf der digitalen Landkarte der Insel hatte es vor dem Unglück große weiße Flecken gegeben.

Was „heuer“ auf den Phillipinen nicht sonderlich anders war.  Wenn nicht permanent grossflächig Daten an Google etc. verschachert oder gar verschenkt würden, könnte man sich auf  OSM(bzw.HOT-)Seite den zeitintensiven Schritt 1  sparen und gleich zur Sache kommen.

Ok, „gleich“ is so ne Geschichte, obwohl täglich und permanent Satbilder gemacht werden waren die diesmal auch erst nach Tagen verfügbar.

P.s. HOT=Humanitarian OpenStreetMap Team

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