Fülchtigkeitsfeler in Nachrichten

In letzter Zeit ist mir verstärkt aufgefallen, dass die Zahl an Flüchtigkeitsfehlern auf (kommerziellen) Nachrichtensites extrem zugenommen hat. Auf Tagesschau.de, Spiegel Online, Heise und auf vielen weiteren Sites kommen vermehrt Tippfehler, verschluckte Silben und abgehackte Sätze vor. Ich frage mich, ob mir das in letzter Zeit nur stärker auffällt, oder ob die Qualität wirklich abnimmt. Ich vermute eher Letzteres.

Die Frage, die man sich dann stellen müsste ist: warum ist das so? Ich vermute, dass in Online-Redaktionen entweder (redaktionelle) Stellen gestrichen werden, und/oder dass die die Redakteure immer mehr Artikel in kürzerer Zeit schreiben müssen. Das wäre durch die immer größer werdende Bedeutung von Online-Medien natürlich sehr schade. Klar kann man ein bis zwei Tippfehler einfach überlesen, aber auf Dauer finde ich es schon störend. Kommerzielle Nachrichtensites sollten meines Erachtens einen höheren Qualitätsanspruch an sich selber stellen, als Foren und Weblogs. Gerade bei Weblogs finde ich, dass die Qualität (ich schreibe hier nicht von der inhaltlichen Qualität!) im Vergleich immer besser wird, wenn man das auf „Nachrichten-Blogs“ beschränkt!

Ob Stellen-Streichungen und wegfallende Qualitätskontrollen der richtige Weg sind, um sich gegen Blogs und „User-Generated-Content“ zu behaupten?

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8 Kommentare to “Fülchtigkeitsfeler in Nachrichten”

  1.  Chris schrieb am 27. Aug 2006 um 14:46

    Des Rätsels Lösung ist wie immer profan und einfach und hat ganz simple, finanzielle Gründe: Es haben (IMHO bis auf die SZ) mittlerweile alle Publikationen die Mitarbeiter fürs Korrekturlesen „abgeschafft“ – warum soll man auch Tippfehler und Ähnliches korrigieren, wenn es auch ohne geht. Bei den Kosteneinsparungsorgien der Publikationen waren diese Mitarbeiter die ersten, die „gegangen“ wurden.

  2.  Flo schrieb am 27. Aug 2006 um 17:59

    Jep, das ist mir auch schonmal vor ner guten Weile aufgefallen. Allen voran ist da meiner Meinung nach der Focus. Spiegel liegt aber nur um haaresbreite dahinter.

    So, wie Chris das schon sagt, seh ich das auch. Wird wohl ne rein finanzielle Geschichte sein. Da kann man sich wohl darüber aufregen, soviel man will. Ändern wird es allerdings wohl wenig. Leserbriefe spar ich mir mittlerweile eigentlich und nur noch bei manchen mir wichtigen Themen muß ich dann doch mal meine Meinung loswerden. Mehr als eine Standardantwort bekommt man so gut wie nie.

    Trotzdem, oder gerade deswegen, ist und bleibt es natürlich ein erbärmliches Armutszeugnis dieser Verlage.

  3.  Oli schrieb am 27. Aug 2006 um 19:48

    Spiegel ist schon immer groß dabei, zudem läßt man meist die Praktikanten dran arbeiten.

  4.  Mike schrieb am 28. Aug 2006 um 1:00

    Na siehe, was ich hier bereits zusammentrug: http://trash-wissen.de/2006-07.....m-spiegel/
    Zu den Leserbriefen: da hab ich mal vom Spon 3 oder 4 fast inhaltsgleiche automatische Bestätigungsmails bekommen, ganz tolle Sache das.

  5.  Greg schrieb am 28. Aug 2006 um 16:17

    Aus meinem Praktikum, bei einer großen Nachrichtensite, deren Namen ich jetzt nicht nennen mag, weiß ich auch, dass da niemand den Inhalt auf Fehler prüft. Das war allerdings schon vorletzten Sommer! Und seit dem hat sich das imho verschlechtert. Es kann also nicht nur an Stellenabbau liegen.

    Den Focus lese ich online nicht, aber wenn das schlimmer als beim Spiegel ist – das will ich mir gar nicht angucken.

    Mich würde auch mal interessieren, ob das nur eine Hand voll cloogshicer stört, wenn da Fehler sind und die breite Masse der Leserschaft das einfach überliest. Auf Dauer könnte man es sich ja kaum leisten, einen Großteil der Leser zu „verärgern“. Leserbriefe habe ich allerdings auch noch nicht geschrieben, weil ich genau das erwartet habe, was ihr auch geschildert habt.

    Ich finde das sehr schade, denn ich lese die genannten Sites eigentlich gerne – auch wenn die nicht immer wirklich seriös und objektiv sind…

  6.  Mike schrieb am 31. Aug 2006 um 3:02

    @chris: „SZ“=“Süddeutsche Zeitung“? Ich lese die fast täglich, und kann Dir so Du diese Zeitung meinst, zustimmen, was da heute allerdings zu lesen war, war aber hart am Limit. Ich mutmasze folgendes:

    • Rezensent ist krank
    • Rezensent ist tot
    • die lesen hier mit und haben festgestellt, dass sie da in der Konsolidierung jemanden vergessen haben 😉

    Ich bin da in den wenigen Gebieten, die mich interessieren (ca 60%) der Zeitung über 4 Fehler gestolpert, ich hoffe, das wird jetzt nicht Standard.

  7.  stephantom schrieb am 02. Sep 2006 um 2:05

    In Österreich gibt es noch einige Zeitungen, die man lesen kann (weil sie offensichtlich noch Lektoren beschäftigen): Den Standard, die Presse und die Salzburger Nachrichten.

  8.  Trash Log » Blog Archive » Spiegel Online 7.0 schrieb am 07. Sep 2006 um 0:26

    [...] Das war nur mein erster Eindruck und evtl. wird ja auch noch an der Site gearbeitet und Fehler beseitigt. Am Inhalt scheint sich nichts geändert zu haben… [...]

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