Meinungsfreiheit für Hassprediger?

Ich meine Nein! Kardinal Meisner gehört gerichtlich – ähem – anderswo sagt man das Maul gestopft; ich meine: der Mund verboten.

Da hab ich eine sehr gute rhetorische Frage im Titel gestellt, weil nämlich, wie ich grad eben erst erfahren durfte, es in unserer redlichen Demokratie mit freier Meinungsäusserung und dem ganzen Firlefanz, den nur Politiker, Bonzen, Kardinäle im Besonderen und dergleichen Geschranz hochwichtige und hochoffizielle Prominenz für sich in Anspruch nehmen dürfen, schon seit längerer Zeit verboten ist (TAZ) kryptofaschistische den ehrenwerten Herrn Kardinal Meisner und natürlich seinen ganzen Hofstaat als irgendwas, nur Hauptsache nicht Hassprediger* zu titulieren. Nee? Doch! Das ist Meinungsfreiheit, Hass predigen geht klar – Kritik nicht.

Zum Herrn Beck ist das entweder offenbar noch nicht vorgedrungen, oder er ist einer der letzten in der „Politik“ die die Fahne der Unabhängigkeit noch hochhalten.

Das sehe ich allerding ausnahmsweise mal wieder etwas optimistisch, weil ich davon ausgehe, dass der Herr Beck – dessen grösster Fan ich, um das beiläufig mal einzwerfen, nicht bin – ausreichend Ressourcen mobilisieren kann, den Herrn Meisner in die Schranken zu weisen.
Aber Hand auf’s Herz, der Herr Meisner is auch nich blöd, und wird schön den lieben Gott einen lieben Mann sein lassen statt die FDGO zu strapazieren. Schade, schade.

* Genial in unserer freiheitlich demokratischen Grundordnung mit Trennung von Kirche und Staat und Meinungsfreiheit für Hassprediger und der ganzen Rotze meiner bescheidenen Meinung nach sowas:

in Köln könne man keinen Moslem dazu ermuntern, Katholik zu werden. Schließlich bringe es nichts, von einem Hassprediger zum anderen zu wechseln.

Dafür, soll der (Komiker, nicht Beck) laut TAZ/Gericht auf Initiative von Herrn Kardinal Meisner – wenn ich das richtig interpretiere – im Wiederholungsfall 250000 Ocken abdrücken oder in den Knast gehen.

Ich finde das ganz grossartig und fänd’s total schnafte, wenn der Herr Kardinal nicht kneift und genug Arsch in der Hose hätte, die Geschichte mit Herrn Beck nochmal durchzuziehen.
Vielleicht, wenn’s sich’s irgendwie machen lässt, und er wirklich Arsch in der Hose hat, nicht vorm Gericht Hamburg oder München…

Links:

3 Kommentare to “Meinungsfreiheit für Hassprediger?”

  1.  Peter schrieb am 28. Okt 2007 um 11:40

    Bombardiert Hamburg.

  2.  Mike® schrieb am 02. Nov 2007 um 22:21

    Der Herr Beck hat nun auch so ein knorkes Unterlassungsding bekommen, mal schauen, wie’s weitergeht…

  3.  Mike® schrieb am 12. Feb 2008 um 1:14

    Ach der Herr Beck, da war doch noch was, fast hätte ich’s vergessen, in der Taz gabs demletzt zu lesen, dass der ehrenwerte Herr Meisner, wenn ich mich recht entsinne, sich scheinbar von seinen Rechtsverdrehern vernünftig dahingehend beraten hat lassen, dass man mit Sprüchen der Art:

    Die „sogenannten alternativen Modelle menschlichen sexuellen Zusammenlebens sind aber unwahr, und darum für den Menschen im Kern verderblich. Die Menschheit richtet sich hier selbst zugrunde“.

    vor Gericht doch unter Umständen nicht allzuweit kommt, wenn man sich nicht als Hassprediger bezeichnen lassen möchte, und also hat er die einstweilige Verfügung & Co zurückgezogen.

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