(N)onliner-atlas – so wichtig wie ein kleiner Zwerg

Auf der Webseite der Süddeutschen kann man einen mit der bahnbrechenden Neuerung:

„E-Mail-Adresse bald so wichtig wie Bankkonto“

betitelten Beitrag über einen mysteriösen (N)onliner-atlas lesen, wo jemand zum drölfundypzigsten Mal bündelweise viereckiges Geld für irgendeine Studie zu Medienkonsum und dergleichen wichtigem Trallala hergegeben hat.
Das ist soweit dufte, mich hat dabei eher interessiert, ob sich diesen Mailkram die Süddeutsche oder die Studienfälschermacher ausgedacht haben.

So dann, mal aufgemacht die Seite und da springt einen gleich das Ergebnis direkt ins Gesicht:

Obligatorische Angaben für unsere Nutzer-Statistik
Um mehr über das Nutzerprofil des (N)ONLINER Atlas zu erfahren, möchten wir Sie bitten, die folgenden Angaben ausschließlich zu statistischen Zwecken zu machen:
Branche:
Land:
E-mail*:
* Bitte geben Sie eine gültige E-Mail Adresse an. Sie erhalten per E-Mail einen Link mit dem Sie die Datei herunterladen können.

Was zu beweisen war, macht 10000 Tacken. Bankverbindung kommt per Mail.

Links:

  • (N)onliner-Atlas 2007 vorgestellt (Sueddeutsche.de)
  • (N)ONLINER Atlas (nonliner-atlas.de)

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8 Kommentare to “(N)onliner-atlas – so wichtig wie ein kleiner Zwerg”

  1.  Korrupt schrieb am 26. Jun 2007 um 11:10

    Du tust da dem (N)O-Atlas Unrecht. Ich hab mit dem fuer ne leider dann doch nicht veroeffentlichte Publikation einige Zeit lang recht intensiv gearbeitet, und er ist eine der regelmaesig durchgefuehrten und damit auch ueber Jahre hinweg vergleichbaren Studien, die ordentliche und aussagekraeftige Daten liefern. Eher fuers Akademische, klar, aber imo solides Handwerk mit soliden Ergebnissen. Die wegen ner obligatorischen Mailangabe in Grund und Boden verdammen ist imo Unsinn, im gegenteil halte ich es fuer begruessenswert, dass die Ergebnisse kostenfrei zur Verfuegung stehen, selbstverstaendlich ist das naemlich nicht.

  2.  Greg schrieb am 26. Jun 2007 um 15:43

    Da magst du ja Recht haben, Korrupt. Aber warum die dafür eine E-Mailadresse haben wollen, ist mir schleierhaft. „Ausschließlich zu statistischen Zwecken“ würde mich wundern, mir fällt jedenfalls nicht ein, wie man aus Emailadressen eine Statistik erstellen sollte und zu welchem Zweck. Um zu verhindern, dass man das Ding extrem oft runterläd, wäre es eine Maßnahme, aber so groß wird die Datei wohl nicht sein, dass man sich da wegen Traffic einscheißen müsste.

  3.  Mike® schrieb am 26. Jun 2007 um 16:02

    Statistische Zwecke wären in dem Falle auch „Branche und Land“.
    Das könnte man aber auch schön „anonym“ ohne Mailadresse einsammeln.

    Korrupt: was unsere Differenzen zu „statistisch auswertbaren Daten“ betrifft, so werden wir uns sicher so bald nicht einigen 😉 ich hab in die Statistik (aus aus dem Beitrag herausinterpolierbaren Gründen) nicht reingeschaut, und kann dazu nicht sagen, ob meine kleinen polemischen Einflechtungen oben zutreffen, mir ging es aber gar nicht um die Erhebung an sich, sondern, dass man da eine Mailadresse angeben muss, und weil ich Paranoiker bin und immer alles Schlechte unterstelle, behaupte ich hier frech, dass das dazu da ist, die Erhebung zu stützen. 😛

  4.  Korrupt schrieb am 26. Jun 2007 um 17:47

    Weder das, noch um sie zu ueberpruefen. Die Leute sind nicht so bloede anzunehmen, dass die Stichprobe der „(N)Onliner-Atlas-Leser“ auch nur irgendwas ueber die untersuchte Grundgesamtheit aussagt. Das ist ein voellig normales Vorgehen bei entsprechenden Studien, die, wie gesagt, nicht selbstverstaendlicherweise kostenlos zur Verfuegung stehen.

    Das Motiv halte ich fuer einfach zu ermitteln: man will wissen, wen man als Zielgruppe fuer seine Untersuchungen hat, um mit entsprechenden Branchen und der via Untersuchung generierten Aufmerksamkeit belegen kann, fuer wen man alles relevant und wichtig ist und wo man rezipiert wird. Das hilft beim Mittelbeantragen, bzw. ohne das gibts in der Regel keine mehr. Das kann man gut oder schlecht finden, es nennt sich aber „Evaluation und ist sicher nicht die Schuld der Studienmacher.

    Wie gesagt, du drehst in meinen Augen unangebrachte Stricke aus den falschen Gruenden. Dass Leute angesichts von Statistikern und Datenerhebern misstrauisch sind, ist mir bekannt, wie pauschal und unreflektiert gedroschen wird, ist aber vollkommen daneben inzwischen, schwarze Schafe hin oder her.

  5.  Mike® schrieb am 26. Jun 2007 um 17:58

    Ich glaube, wir reden ein klein wenig aneinander vorbei, ich habe mich droben lustig darüber gemacht (den Part mit dem gedroschen liefere ich evtl. noch nach 😉 ), dass man eine Mailadresse angeben muss, die für eine statistische Erhebung, welcher Art auch immer, nur dahingehend erheblich sein könnte, zu interpolieren, wie viele derer, die die Downloadseite besucht haben, bereit sind, eine Mailadresse anzugeben.
    Und selbst das ist aus statistischer Sicht absolutes Nullwissen; siehe „Web-statistiken“.

    Bleibt die Frage, die sich mir die ganze Zeit stellt immer noch offen: Wozu brauchen die eine Mailadresse?

  6.  Greg schrieb am 26. Jun 2007 um 18:03

    Naja, Mike, da gebe ich aber Korrupt Recht. Genaue Angaben bekommt man natürlich nicht, aber die kriegt man bei Statistiken nie. Wenn sich aber x Leute das Ding runtergeladen haben, also bereit waren, ihre Emailadresse anzugeben, dann kann man schätzen, wieviele das Ding wirklich haben wollen, bzw. wieviele daran interessiert sind. Jeder Adresse kann man ja eine ID zuordnen und dann hat man auch eine zuverlässige Statistik, woher die Besucher sind. Das ist imho ’ne ganz andere Geschichte als bei den Web-Statistiken.

  7.  Korrupt schrieb am 26. Jun 2007 um 18:03

    Damit sie nirgends oeffentlich nen DL-Link angeben muessen, und die Leute auch brav Branche und Land angeben? Ja, ich weiss, das kann man auch anders haben und luegen kann man auch, aber ich vermute, die Hemmschwelle ist bei Angabe einer gueltigen Mailaddi hoeher. Wie gesagt, ich glaube, du interpretierst da grade bei weitem zu viel.

  8.  Mike® schrieb am 26. Jun 2007 um 18:04

    Das noch dazu:

    Die Erhebung von Daten, die nicht unbedingt erforderlich sind, an denen wir aber Interesse haben, erfolgt nur optional.

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