Ööh, Wikipedia?

Noch wer da?
Im Thema politischer Witz, Hervorhebungen von mir:

Flüsterwitze im Nationalsozialismus [Bearbeiten]

Neuere Forschungen widerlegen die seit den 1960er Jahren gängige Darstellung einer angeblich brutalen Verfolgung der Witze-Erzähler, die als Beweis für die totale Unterdrückung oder aber auch als Beispiel für einen breiten Widerstand in der Bevölkerung herangezogen wurde.[1] Regional erhaltene Gestapo-Unterlagen aus Essen und Düsseldorf für 1933 bis 1945 lassen erkennen, dass der so genannte „Flüsterwitz“ tatsächlich in aller Öffentlichkeit getätigt wurde. Die „Täter“ hatten sich keineswegs durch oppositionelle Einstellung hervorgetan: Sie waren nicht vorher aufgefallen, sie hatten keinen „schlechten Leumund“, und unter ihnen waren auch NSDAP-Mitglieder nicht selten vertreten. Die meisten der Beschuldigten gehörten eher einer unteren Sozialschicht an.

Reinhard Heydrich ordnete 1936 an, es sei beim ersten Mal „grundsätzlich zu prüfen, ob nicht schon eine Verwarnung eine ausreichende Maßnahme sei.“[2] Oft kam es gar nicht zu einem Gerichtsurteil und die Strafen fielen vergleichsweise milde aus. In Essen wurden von 53 untersuchten Fällen nur 8 Haftstrafen ausgesprochen (Extremfall: 15 Monate, Durchschnitt 4 Monate), 19 Fälle endeten mit einer mündlichen oder schriftlichen Verwarnung, andere Verfahren führten zu Freisprüchen oder Geldstrafen in Höhe eines Monatslohnes. In sieben der untersuchten 53 Fällen wurden die Beschuldigten von der Gestapo zwischen 4 und 21 Tagen in Schutzhaft genommen.

Mal kurz für mich zum Mitschreiben, dass ich das auch richtig verstehe, von 53 Fällen endeten 19 Fälle mit einer (folgenlosen) Verwarnung, in 2/3 der dokumentierten Fälle gab es zwischen 4 Tagen und 15 Monaten Haft.

War ja vergleichsweise milde das unter Hitler, nich wahr?

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