Sehr geehrter Herr Meier*

(*Name geändert)

Vielen Dank für ihr Schreiben vom 9.August.
Bei der Vielzahl der eingegangenen Bewerbungen fiel uns die Entscheidung sehr schwer. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass bei den vielen guten und qualifizierten Bewerbern oft nur Details entscheiden.
Gegen sie entschieden haben wir uns aufgrund Ihrer folgenden Qualifikation:

Als ausgebildeter ********* kann ich sowohl die theoretischen als auch die praktischen Anforderungen des modernen Berufsalltages meistern.

Wir wissen nicht mehr, in welchem Jahrhundert das war, wo das wahllose Herausklauben einer Mailadresse von einer x-beliebigen Webseite eines x-beliebigen winzigen gemeinnützigen 08/15-Vereins als „Meistern des modernen Berufsalltags“ ausreichte, dieses Jahrhundert zumindest ist es nicht.
In diesem Jahrhundert ist es unserer bescheidenen Meinung nach üblich, sich auch die 3 Minuten Zeit zu nehmen, die Seite des mutmasslichen zukünftigen Arbeitgebers dahingehend zu beleuchten, ob dieser überhaupt das Profil und die Kapazitäten hat, Stellen anzubieten.

Mit freundlichen Grüssen,
Hans Schulz (Chauffeur des Schneiders des zweiten Geschäftsführers)

P.s. für die Leser hier: Tipfehler bei der Domain oder Mailadresse, an die die Bewerbung ging, kann ich ausschliessen.

3 Kommentare to “Sehr geehrter Herr Meier*”

  1.  Zapp schrieb am 09. Aug 2007 um 9:54

    Der neue Trend: Bewerbungsspam?
    Ich bekomme an meine Uni-Mailadresse auch regelmässig Mails aus Indien, China usw., in denen sich Leute blind auf Doktorandenstellen bewerben, obwohl ich dafür nicht der richtige Ansprechpartner bin. Ich frage mich ernsthaft, wer solche Leute einstellt.

  2.  Mike® schrieb am 09. Aug 2007 um 17:18

    Nach Spam sieht mir das nicht direkt aus, wobei da so ein Trackinglink auf irgendein Bewerbungsportal (vermute ich zumindest, ich hab nicht geklickt, sondern den identischen Bewerbungstext auf so einer Jobbörse gefunden) dabei war.
    Ich hab keinen Plan, was das soll, so ganz blass denke ich, dass da jemand sein vom A-Amt vorgegebenes Soll an Bewerbungen vollgemacht hat mit dem guten Gewissen, da nix zurückzubekommen.
    Man weiss es nicht, man steckt nicht drin.

    Was Deine Uni-Mails betrifft, so denke ich ist das schon nachvollziehbarer, dass man da als Bewerber – obendrein nicht deutsch sprechender – danebenhauen kann, aber das hier kapier ich beim besten Willen nicht.

  3.  Zapp schrieb am 09. Aug 2007 um 17:39

    Hmm, die A-Amt-Theorie hat was, aber ob die da E-Mails als Nachweis für das Bemühen um einen Arbeitsplatz akzeptieren? Aber was soll’s…

    Zu meinen Mails: Ich denke, es geht da um eine möglichst grosse Streuung und die Leute schreiben wirklich jeden an, dessen Mailadresse sie auf einer halbwegs passenden Instituts-Homepage bekommen können.
    Ans versehentliche Danebenhauen glaub‘ ich nicht so richtig. Wer eine englische Bewerbung verfassen kann, sollte eigentlich auch eine englische Homepage (inklusive „Jobs“-Rubrik) soweit verstehen können.

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