Spass mit DSL

hatte da wohl demletzt jemand, der bis zum BGH gezogen ist, um seine Rechnungen nach Umzug nicht zu bezahlen, da er am neuen Wohnort kein DSL mehr beziehen konnte.

Wer einen DSL-Anschluss hat und in eine Gegend zieht in der noch kein DSL zur Verfügung steht, darf dennoch den Vertrag mit seinem DSL-Anbieter nicht vorzeitig kündigen, entschied der Bundesgerichtshof.

Das ist soweit ganz grosse Scheisse, aber irgendwie – zumindest ansatzweise – nachvollziehbar; Vertrag ist Vertrag, Zonk ist Zonk.
Was ich aber an der Geschichte nicht ganz raff‘ ist, wie der BGH das (unter anderem) begründet:

Zudem, so die Richter, amortisierten sich die Investitionen des Unternehmens, das dem Kunden auch Router und WLAN-Stick zur Verfügung stellte, erst innerhalb des zweiten Vertragsjahres.

Ich mag mich irren, aber eine vorzeitige Vertragsauflösung bei einem DSLIrgendwas-Vertrag kenne ich persönlich so, dass man die Hardware zurückgibt.
Mal ab davon, was teilweise für Plinzen an deutschen Gerichten so rumsitzen, der ist durch etliche Instanzen gegangen und hat sich unterwegs nicht überlegt, dass er bei soviel Durchhaltevermögen auch einen vernünftigen Anwalt hätte nehmen sollen?
Versteh ich nicht.

Edit: Oh, bei Heise geht es etwas ausführlicher zu (auch in den Kommentaren; 1000 Stück :o):

Oft räumten DSL-Provider und TV-Kabel-Anbieter in gleich gelagerten Fällen bisher dem Kunden aber kulanzhalber trotzdem ein Kündigungsrecht ein, forderten dabei aber oft subventionierte Hardware zurück.

Quellen:

2 Kommentare to “Spass mit DSL”

  1. [...] Urteil könnte die DSL-Landschaft in Deutschland nachhaltig verändern. So mancher DSL-Anbieter, der bisher kulant gewesen ist, könnte nun anders verfahren. Verbraucher [...]

  2.  Blacker47 schrieb am 12. Nov 2010 um 22:52

    Das heißt in erster Linie, dass die Knebelverträge abgeschafft gehören. Da sollte die Regulierungsbehörde hart durchgreifen.

    Bei Handys setzen sich ja zunehmend die günstigen Prepaid-Anbieter durch – da kann man auch leicht wechseln z.B. Bei DSL ist es nicht so einfach, da in der Regel der Port irgendwie „gesperrt wird“.

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