Spass mit Internet Explorer

haben die da in Wien:

Dieses Jahr wurden alle 720 Rechner der städtischen Kindergärten wieder auf ein Microsoft-Windows-Betriebssystem “zurückgestellt” (Kosten: 400.000 Euro). Die Begründung war, dass eine spezielle Software zur Erfassung von Sprach-Tests zu diesem Zeitpunkt nur mit dem Internet-Browser von Microsoft lauffähig gewesen wäre. Eine von Herstellerseite angebotene Anpassung der Software, um diese mit einem freien Web-Browser lauffähig zu machen, wurde nicht in Erwägung gezogen.

400000 Euro! Vierhundertausend!
Kann mich mal jemand kneifen?

Quelle: Wiener Parteien wollen Freie Software – und was passiert? (netzpolitik.org)

6 Kommentare to “Spass mit Internet Explorer”

  1.  ninjaturkey schrieb am 11. Okt 2010 um 10:15

    Das sind über 550 Euronen pro Kindergarten.
    Hallo Wien: fürs nächste Mal – ich machs für 400 Euro!

  2.  Mike® schrieb am 11. Okt 2010 um 15:22

    Die Geschichte ist, dass man – gesunden Menschenverstand vorausgesetzt – den Spass für 10-50 Euro/Kindergarten hätte haben könnenmüssen, je nach Grad der Komplexität des „Programmes“/ Blödheit der Webdeppen.

  3.  Flo schrieb am 11. Okt 2010 um 18:09

    Der da spricht, die Entwickler hätten ihnen FF-Unterstützung (nachträglich) angeboten, was die Stadt aber nicht wollte. Die Begründung für ihre Unfähigkeit im Satz zuvor(blah, wir wußten ja nicht, daß es auch auf anderen Browsern laufen soll), finde ich dagegen wiederum ein Argument wider der Entwicklerkompetenz. So spontan fällt mir nichts ein, was man nicht hätte auch ohne gefährlichem und allgemein fast immer unsinnigem Scheißdreck Zusatzfeatures des MS-Internet Explorers hätte machen können.

  4.  Blacker47 schrieb am 12. Okt 2010 um 21:08

    Unfassbar!

    Eine Speziallsoftware um einfach paar Daten zu erfassen? Dazu eine, die nur in einer sehr speziellen Umgebung laufen kann? Wie dumm kann man sein, solche Software anzuschaffen?

    Wieso zahlt man man nun 400k Euro statt entweder bestehende software anzupassen oder gar einfach billige neue entwickeln zu lassen?

    Was wird man machen wenn IE Version x nicht mehr kompatibel sein wird?

    Wozu überhaupt eine solche Software? Für kleine Statistik hätte OO Calc auch gereicht.

    Ich frage mich eh, ob da nicht ein Stapel Geld den Besitzer gewechselt hat, damit eine MS-positive „zurückstell“-Entscheidung getroffen wurde.

  5.  Greg schrieb am 15. Okt 2010 um 14:54

    Naja, für 10-50 Euro kriegst du das nicht. Du kannst als Stadt ja nicht irgendeinen Studenten schwarz beauftragen, sondern nimmst halt ne Firma. Für 50 Euro drehen die nicht den Schlüssel ihres Dienstwagens. Dazu kommen dann natürlich noch Lizenzkosten für Windows und wahrscheinlich MS Office. Also ganz unrealistisch ist die Zahl ja nicht, wenn man zu MS wechseln will.

    Aber klar, man hätte auch vernünftig sein können und weiter auf FOSS setzen können. Hoffentlich haut denen das jemand im Kommunalwahlkampf um die Ohren, dass sie dafür 400.000 Euro übrig haben.

  6.  Mike® schrieb am 19. Okt 2010 um 16:04

    Uhm, ganz vergessen; die 10-50 Euro, die darfste mal mit 720 multiplizieren.
    Hierbei ist es auch relativ Wumpe, ob die Anwendung auf ’nem Server im Netz läuft oder lokal in den Kindergärten. Der Job muss ja nur einmal gemacht werden und dann aktualisiert. Entweder einmal auf dem Server oder eben als Aktualisierung auf die Rechner. Bei letzteren braucht man auch heutzutage niemanden, der die Läden persönlich abklappert.
    Auf 550,- pro Kindergarten kommt man da _theoretisch_ nur mit reichlich viel Phantasie.

    Praktisch darf man hier auch nicht übersehen, dass egtl. nach gesundem Menschenverstand, die Aktualisierung garnichts kosten dürfte. Schliesslich funktioniert die bereits bezahlte Software nicht.
    Leider fehlen in der Geschichte zu viele Hintergrund-details, so dass man hier nur im Nebel stochern kann.

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