Springer und Apple: ein Traumpaar

„Die Welt“ halluziniert gerade einen Jubelperserartikel, den ich in dieser Art selbst in der Zone nicht lesen konnte. Danke dafür.
Überschrift:

App-Erfolg
Axel Springer gewinnt mit digitalen Produkten

Na, da schauen wir doch mal:

Innerhalb eines Jahres hat die Axel Springer AG mehr als eine halbe Million mobiler Angebote für das iPhone und das iPad verkauft.

Mehr als eine halbe Million? Das ist ja der helle Wahnsinn, ich bin total aus dem Häusschen!
Oh, es kommt noch was:

Der Medienkonzern Axel Springer („Bild“, „Rolling Stone“, „Welt“) sieht eine wachsende Bereitschaft bei den Lesern, für journalistische Inhalte in digitaler Form zu bezahlen. Innerhalb eines Jahres habe die Axel Springer AG mehr als eine halbe Million mobiler Angebote mit solchen Inhalten für das iPhone und den Tabletcomputer iPad verkauft, sagte Vorstandsvorsitzender Mathias Döpfner in Berlin. Über 400.000mal wurde allein für digitale Inhalte der „Bild“ auf dem iPhone gezahlt.

Das sind sage und schreibe – bitte hinsetzen und Luft anhalten – 1000 Deppen, die täglich mindestens einen Bild-artikel lesen auf einem Apple-Spielzeug. Eintausend!
Das sind klar tausend zuviel, aber, kann mich mal bitte jemand kneifen? 1000 Deppen sind „wachsende Bereitschaft“? Häh?

Das Schöne dabei, vom pseudoseriösen Springerblatt „die Welt“, wo man eher glauben könnte, dass da aufm Ipad eher die Zielgruppe wäre, da sinds gerade mal 300 Leute täglich, die mind. einen Artikel lesen (oder aus Blödheit bezahlt haben).

Das nenne ich mal einen Erfolg, yeah.

Schönste Geschichte zum Schluss dazu:

Mit der Veröffentlichung schaltete Axel Springer am Mittwoch den Zugang über das iPad zum kostenlosen Portal „bild.de“ ab.

Wie geil!

Quelle:
App-Erfolg – Axel Springer gewinnt mit digitalen Produkten (welt.de)

5 Kommentare to “Springer und Apple: ein Traumpaar”

  1.  tux. schrieb am 09. Dez 2010 um 2:41

    Achja, die Jubelperser.
    Gestern in der SZ las ich, es sei ein „Riesenerfolg“, dass Mädchen heutzutage weit besser lesen können als Jungs.

    Da frag ich mich doch: Für wen?

  2.  Mike® schrieb am 09. Dez 2010 um 3:30

    Na für die Jungs, oder?

  3.  tux. schrieb am 09. Dez 2010 um 3:34

    Ach so.

    Wat?

  4.  xwolf schrieb am 10. Dez 2010 um 15:36

    Was meinen die denn mit „journalistische Inhalte“? Ich meine auf Bild? Auf dem Titten-, Läster- und Fantasieblatt Bild? Hallo!?

    Bild nimmt allenfalls die Rolle eines Kristallationskeims für journalistische Recherche ein, die dann z.B. durch bildblog.de erfolgt.

  5.  Mike® schrieb am 26. Jan 2011 um 21:14

    *hüstel*
    es gibt semioffizielle Zahlen zu den Springer-apps:

    Das Ergebnis sieht überraschend ernüchternd aus. So verfügte das Bild-ePaper im vierten Quartal 2010 über ganze 785 Abonnenten.

    Ja, mit dem Rechnen, da war ich immer schon gut…

    Die Auto Bild verfügt demnach über 544 ePaper-Abonnenten, das Duo Welt und Welt kompakt über 383 (und 1.536 sonstige Verkäufe), die Computer Bild über 322, die Sport Bild über 202 und die Bild am Sonntag, deren ePaper nur per iPad-iKiosk abonniert werden kann, über ganze 160 Abonnenten und 491 sonstige Verkäufe.

    wachsende Bereitschaft, ok, wenn man von Null Bereitschaft ausgeht, so sind das schon gigantische Zahlen 😮

    Quelle: Meedia: Springer meldet ernüchternde ePaper-Zahlen (kopfkribbeln.de)

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