Wir sind doch alle Nazis

… meint
Bernd Begemann (wtf?) zumindest heute in der Taz zum Grass-thema in einem mit dem unsäglich perversen Titel: „Wir wären die Nazis“ betitelten Interview:

Die Leute, die vor uns da waren, haben das getan, was wir getan hätten, wenn wir in ihren Schuhen gesteckt hätten

Pass mal auf, Du feiger tumber Opportunist: Leute wie Du einer bist, sind die Energie nicht wert, die es kostet, „Dumme reaktionäre RTL-SAT1-PRO7-BILD-Votze“ in ein Blog zu tippseln, ich möcht’s trotzdem mir nicht verkneifen: „Wir“, das sind dumme reaktionäre BILD-lesende Votzen, „ich“ lebe noch, weil ich aufgrund der Gnade der späten Geburt das Glück hatte, „nur“ mit einem Regime zu kollidieren, wo die Todesstrafe in meinem Geburtsjahr abgeschafft wurde. Dass dann solche Votzen in ausgerechnet der TAZ (!) die Möglichkeit bekommen, mit ihrem kleinen beschränkten Horizont andere Leute beleidigen zu dürfen: geschenkt.
„Wir“ lassen uns nicht in deine beschissene kleine Welt reinziehen, „Du“ bist der Nazi, _DU_ bist der Opportunist, _DU_ bist der kleingeistige Depp, der mit falsch verstandener Schleimigkeit der anderen „Nazisau“ das Wort redet.
Das ist nicht nur nicht mutig oder anders, es ist nur und nichts anderes: hart dumm.

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7 Kommentare to “Wir sind doch alle Nazis”

  1.  Oli schrieb am 27. Aug 2006 um 11:52

    Gerade weil ich mich tagtäglich mit Geschichte beschäftige, könnte ich aber auch kaum von mir behaupten, damals, da wäre ich besser gewesen als die anderen. Warum? Der Mensch ist immer das Produkt seiner Umwelt, in dem Fall des historischen Kontext. Auch viele Demokraten damals, hatten noch andere Vorstellungen von Demokratie als heute, Rassenlehre existierte schon weitaus früher und wurde gar davor schon als tatsächliche Wissenschaft angesehen. In einer wohlbehüteten Umwelt über andere früher zu urteilen fällt schon recht schwer, weder die Pauschalverurteilung noch die pauschale Verteidigung. Ich bin Atheist, ein lange Weg von Messdiener her und ähnlichem Dumfug ;), aber wäre ich es vor 100 Jahren gewesen? Klar gab es auch da schon welche, aber im Verhältnis sehr sehr wenig. Warum? Auch hier war der Zeitgeist ein anderer.
    Ich verurteile heute die Menschen und lasse keine Ausrede zu, weil man heute den omnipotenten Wissenspool besitzt. D.h. es ist in der Regel die freie Entscheidung, ob man denn dumm bleibt oder lieber dazulernt!

  2.  Mike schrieb am 27. Aug 2006 um 15:47

    Oli, man kann nicht sagen, wie es früher gewesen wäre, es waren nicht alle Nazis und „wir“ wären auch nicht alle Nazis.

  3.  Oli schrieb am 27. Aug 2006 um 19:55

    Nein früher war ein kleine Menge echte Nazis aus Überzeugung und der Rest hats einfach durchgewunken, ebenso wie heute – in dem Punkt gebe ich dir recht. Aber wie du auch bestimmt vom G:b und meiner Mod-Tätigkeit dort früher weist, wenn nicht dann jetzt ;), ich habe für rechten Krempel nichts übrig und die „Willigen“ heute machen sich auch wieder einmal der Mittäterschaft schuldig, egal ob sich nun explizit als Nazi bezeichne oder konservativ.
    Wir alle sind heute schnell dabei zu fragen/sagen „wie konnte so etwas …“, „ich hätte da nie…“, „unvorstellbar ..“ – obwohl es letzterer Punkt auch wiederum trifft. Wir können es nicht und stellen uns doch moralisch weit, weit über unsere Altvorderen. Und wir haben heutzutage eben wieder eine große Masse stupider Mitläufer die alles durchwinken ohne zu denken und eine kleine Menge von Leuten die massiv rechte Tendenzen aufweisen. Nur dieses mal, hätten wir schon ein wenig mehr Demokratieerfahrung bzw. Erfahrung mit zwei Regimen … langsam sollte man es verstehen.

  4.  Mike schrieb am 28. Aug 2006 um 0:43

    Oli ich verstehe, was Du sagst und stimme Dir zu, beim von mir „bemängelten“ Auswurf prangere ich aber die beleidigende Verallgemeinerung an, ich zitiere noch ein Stück, damit das deutlicher wird:

    Taz: Wir wären, anders als die 68er annahmen, auch Nazis gewesen?
    Na, selbstverständlich.

    Ich kann’s nicht 100% für mich sagen und ich kann’s für Dich nicht sagen, aber „wir“ wären genauso wie unsere Vorväter eben nicht Nazis gewesen, sondern „nur“ eine Mehrheit von „uns“.

  5.  Mike schrieb am 04. Sep 2006 um 1:36

    Paiblo, lies Dir den letzten Satz in meinem letzten Kommentar noch einmal aufmerksam durch, und Du wirst verstehen, was hier Thema ist.
    Thema ist nicht, sich aus heutiger Sicht über „Verblendete“ zu erheben, sondern Thema ist, die dumme Verallgemeinerung offenzulegen.

  6.  Paiblo schrieb am 04. Sep 2006 um 0:46

    Ich könnte von mir nie sagen dass ich zur Zeit des 3. Reiches kein Nazi gewesen wäre. Ehrlich gesagt könnte das, glaub ich, keiner sagen. Wenn man in diesem Glauben erzogen wird, nur Propaganda und nicht die Wahrheit erfährt dann kann doch niemand was für seine „Blindheit“

    Wir sind nunmal Produkte unserer Umwelt und man darf sich nicht an Ausnahmen messen. Denn die gibt es immer, denk ich mal …

  7.  Jackpot Baby! » Begemann macht von sich reden schrieb am 04. Sep 2006 um 16:10

    [...] Jetzt noch zur unbequemen Seite des Liedermachers, jedenfalls für Leute mit dünnem Fell und leichtem Gemüt, denn Bernd Begemann geht gerne dorthin wo es weh tut und hält seinem Mittelstand den Spiegel vor, wobei der dann vor Schreck gerne aufs Moralpodest steigt. Ein Krawallbruder oberster Güte, den ich dafür umso mehr mag. Diesmal hat er sich also zum Thema Günther Grass in der Waffen SS (Endlich kann ich mir merken ob man Grass mit einem oder zwei “s” schreibt.) gemeldet. Ach lest einfach selber das einige Tage alte Interview bei der taz. Und wer will kann sich ganz doll aufregen. Vielleicht wirds dann noch was mit dem Internethype um Bernd Begemann. [...]

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