20 Jahre Netscape

Auf Heise gibts ’nen meiner Meinung nach zu kurz gehaltenen Artikel zum Thema. Steht viel Quatsch drin, viel aus dem Zusammenhang gerissenes und wenig substantielles. KannWill ich grad ich auch nicht besser, aber der Quatsch bleibt da bitte nicht so stehen:

Zur Jahreswende 1995/96 erreichte der Browser einen Marktanteil von fast 80 Prozent. Doch der Höhenflug währte nicht lange. Microsoft drängelte das Startup mit immer besseren Versionen von Internet Explorer vom Markt, die bereits in Windows enthalten und somit ohne weitere Kosten nutzbar waren.

Dum? Formal korrekt, aber sachlich nicht. Der IE kam mit W95 gebündelt. Also Ende 94. Ab da nahm er mit dem absolut lachhaften IE3 (wenn ich mich recht entsinne), also mit einem richtigen Scheissbrowser, dem NN Marktanteile ab. Aber eben nicht, weil er eine „bessere Version“ war, sondern, weil es (afair ab W95B (die A war ja auch recht lachhaft)) mit dem OS gebündelt war, was (nochmal afair) im Nachhinein mit nem fetten Bussgeld gewürdigt wurde. Da war Netscape wegen der Bündelung schon recht tot, und von dem Bußgeld hamse auch nix gesehen.

Der „bessere“ IE(4) kam 97 oder so und ab da hat Netscape geschlafen oder war noch in der Totenstarre. Und selbst wenn’s 96 war, einen Browser von Microsoft wollte zu der Zeit keiner freiwillig (s.o.) haben, der ins Netz wollte.

Die lange geplante Version 5 sollte nie erscheinen.

Natürlich sollte die erscheinen. Aus Langeweile hat man da nich lange Jahre dran Arbeit und Geld hingeworfen. Ach, das „sollte“ war garnich so gemeint? Den NN5 der hier irgendwo rumliegt hab ich mir ausgedacht. Ok.

Überraschenderweise schaffte Netscape eine Wiedergeburt als Open-Source-Projekt. Als das gemeinnützige Unternehmen Mozilla […] seinen 10. Geburtstag feierte, war der Navigator-Nachfolger Firefox gerade dabei, den Internet Explorer wieder vom Thron zu schubsen.

Der Navigator-nachfolger ist die Mozilla-suite (heute Seamonkey*)!
Verdammt nochmal!
Ein Abkömmling der Mozilla-Suite ist Phoenix. In späterer Version umbenannt in Firebird. In späterer Version umbenannt in Firefox. Ursprünglich geplant als schlanke Alternative zur Mozilla-suite (was bis FF 4 etwa grob funktioniert hat), heute ein Stück Software, wo mittlerweile fast sämtliche Neuerungen darin bestehen, die Oberfläche noch unbedienbarer zu machen. Der „letzte Seite“-button von letzter Woche ist heute woanders und bspw. Tab-gruppe-speichern ist in nem ganz anderen Browser, zumindest nicht in FF.

* um die Korinthenkacker vorwegzunehmen: Seamonkey „heute“ ist mittlerweile tatsächlich ein Abkömmling von Firefox. Die Geschichte erzähle ich ein anderes Mal.

4 Kommentare to “20 Jahre Netscape”

  1.  tux. schrieb am 13. Okt 2014 um 22:29

    Der Navigator-nachfolger ist die Mozilla-suite (heute Seamonkey*)!

    Nö, Firefox ist der Navigator-Nachfolger.

    Die Mozilla Suite war der Nachfolger vom Netscape Communicator (heute Seamonkey*)!

    * Penis.

  2.  Mike® schrieb am 15. Okt 2014 um 15:51

    Haarspalterei. Nachkomme wäre vielleicht sinniger.

  3.  tux. schrieb am 15. Okt 2014 um 15:53

    Und genauso falsch.

  4.  Mike® schrieb am 17. Okt 2014 um 10:20

    Schön, dass wir uns da jetzt einig sind.

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