Wie Sexismus funktioniert…

Man nehme sich ein beliebiges Stereotyp her und verallgemeinere das auf ein ganzes Geschlecht. So die Art:

So passierte es […] Rebecca Solnit […], als ihr ein Mann von dem total wichtigen Buch über den Fotografen Eadweard Muybridge erzählte.  Sie müsse das unbedingt lesen, bestimmte er ungefragt und gab ein paar Informationen aus dem Buch verkürzt und falsch wieder. Erst nach Versiegen des Redeflusses konnte Solnit ihn darüber aufklären, dass sie dieses Buch selbst geschrieben hatte.

Guter Plot. Viele kunstvoll und flüssig lesbar angereihte Füllworte über eine vollkommen geschlechtsunabhängige alltägliche lächerliche und langweilige 08/15-Anekdote, die – badusch! – vom Wesentlichen ablenken. Das Wesentliche ist, dass Mensch A von einem Buch begeistert ist und es Mensch B empfiehlt. Das Wesentliche interessiert aber nicht, sondern dass ein vermeintlich garstiger männlicher Sexist einer weiblichen Opferin irgendwas erklärt, was sie schon weiss. Nein? Doch! Oh! Köstlich auch das unauffällig völlig nutzlos und unsachlich und recht sicher recht planvoll eingefügte „bestimmte er ungefragt“. Genau so funktioniert Sexismus.

Anschließend prägte sie das Wort „Mansplaining“

Geiles Wort, da kann man sich als Scheuklappenfaschosexistin schön einen drauf runterholen.

Es lässt sich nur darüber spekulieren, warum dieses in jeder Konstellation üble Phänomen nun ausgerechnet in der Form „Mann erklärt Frau“ Ruhm erlangt hat.

Genau So funktioniert Sexismus; Es ist recht einfach, liebe Julia Bähr; weder handelt es sich hier um ein übles Phänomen, noch hat es irgendeinen Ruhm erlangt noch muss man darüber spekulieren. Hinzu kommt, dass Männer sich aller Regel in bspw. der FAZ nicht über eine handvoll Dummköpfinnen und/oder Julia Bährs lustig machen und deren schwachsinniges Geblubber verallgemeinert. Nee, echt nicht. Zum besseren Verständnis für Dich nochmal explizit auf sexistisch: Die meisten Männer wissen im Gegensatz zu dummen Frauen, dass man dummes weibliches Gewäsch – wie beispielsweise Deins, liebe Julia Bähr – nicht immer (haha!) auf alle Frauen herunterbrechen kann. Und wenn alles nix hilft kann man(n) es ignorieren. Vielleicht lernste mal ein paar Männer kennen; wobei, ich glaub bei der abstrusen sexistischen Kackscheisse die Du so verzapfst, nee ok ich zieh das zurück, bei dir is scheinbar wirklich Hopfen und Malz verloren und Du willst nur Deppen kennen.

Das ist der Alltagssexismus am „Mansplaining“: Dass AE automatisch annehmen, die ihnen gegenüberstehende Frau wüsste weniger als sie. AE sprechen Kolleginnen in Konferenzen gern mit „Junge Frau“ an und legen wenig Humor an den Tag, wenn sie mit „Alter Mann“ antwortet.

Warste mal beim Arzt oder ner Ärztin deswegen? Ja? Dringend wechseln. Du hast schein- bzw. offenbar einen übelsten Schuss. (Die bei der FAZ, die Dir für diesen paranoiden ultimativen Scheissdreck Schwachsinn Geld überweisen offenbar auch, aber das is ja nix Neues. Bzw. FAZ. Bzw. Männer.)

Flugzeug als sicherstes Verkehrsmittel…

das geht mir jetzt seit längerer Zeit im Kopf rum und je länger ich drüber nachdenke, umso klarer wird mir, dass alles was man dazu „weiss“ Bullshit ist. Man kann (ab und an) bei einigen Betrachtungen zum Thema („Fliegen ist die sicherste Art sich fortzubewegen“) zum Beispiel in der ZEIT-Rubrik „Stimmt’s?“ gewisse Differenzierungsversuche erahnen, die so tun, als würden sie das bescheuerte Dogma hinterfragen und/oder wissen, wie Statistiken funktionieren, aber dann doch lieber nicht allzutief schürfen. Sinngemäss bei der Zeit: „Wenn man die Statistik nicht nach Kilometern, sondern nach Zeit (im Fahrzeug) rechnet, ist die Bahn sicherer“. Deine Mudder is sicherer! Um ne (Roh-)Statistik zu verstehen genügt es nicht willkürlich 2 Komponenten (im Gegensatz zu einer Komponente bei diesem klassischen Bullshitdogma) gegeneinander abzuwägen, sondern man kann seine hohle Journalistenrübe auch gern mal bisschen anstrengen und schauen, was man noch so alles für Daten bekommen könnte. Die Süddeutsche bspw. schreibt exemplarisch irgendwo im Internet zum selben Thema:

Mehr als zwei Milliarden Mal im Jahr landen Flugpassagiere sicher an ihren Zielorten.

Ja? Wirklich? Mitm Klammerbeutel gepudert? Dum? Korrupt? Nix gemerkt? Wieviele Milliarden mal kommen denn Autofahrer …  oder … Moment:

Pro einer Milliarde Personenkilometer sterben 53 Biker.

(ZEIT) Wieviele Milliarden mal kommen denn Motorradfahrer sicher zum Zielort (oder nicht)? Oops! Geht weg mit Euerm dummen Gefasel! Disclaimer: Ich streite nicht ab, dass Motorradfahren ein recht sportlicher Umgang mit dem eigenen Leben (bzw. ein Inkaufnehmen des sportlichen Umgangs anderer mit dem Leben des Bikers) ist.  Damit’s spannend bleibt und nicht irgendwelche Hönke mir Statistikverbiegung aufs Brot schmieren, noch ’ne alternative Stats aufs Maul: – tödliche Unfälle / Treibstoffverbrauch … badusch! Flugzeug ganz hinten, Motorrad … ääh … Fahrrad ganz vorn.

Genome, DNA und so Zeuch…

Ich les grad nen Artikel in TR über Biotech 2014, was da so alles wundersames und weltbewegendes passiert ist.
Paar halbwegs spannende Sachen dabei, aber weitgehend harmloslangweilig. Warum ich mir den Mund fusslig rede, es ist natürlich auch reichlich Quatsch zugange. Der Artikel is hier: Biotech 2014: DNA, Hirnforschung und ein Paradox. Fange ich gleich mit der paradoxen – haha! – Überschrift an, die wird am Ende des Artikels aufgelöst:

In genmaipulierten[sic!] Pflanzen aber sehen die europäischen Länder weitaus weniger Wert und haben sie weitestgehend verboten. […] Von ihm stammt auch unser Lieblingszitat des Jahres: „In Europa laufen gentechnisch veränderte Menschen herum, die keine gentechnisch veränderten Lebensmittel essen.“

Der Satz muss korrekt lauten:

„In Europa laufen eine wahrscheinlich mit zwei gentechnisch unverdächtigen Händen abzählbare Anzahl gentechnisch veränderte Menschen herum, die keine weitestgehend gentechnisch veränderten Lebensmittel essen.“

Kann ja jedem ma…

Spass mit Mathe

Der Internet-Plattform SomailaReport,

Wahrscheinlich heisst die „Somalia Report“ aber wer wird denn kritisch sein…

[...] gibt an, dass die Ausfuhr von Holzkohle im Jahr 2012 auf 70.000 t pro Jahr geschätzt wurde. Da in den arabischen Ländern Preise von 10 bis 15 $ bezahlt werden, ergibt sich ein Handelsvolumen von 700 Millionen Dollar im Jahr [...]

Da die verlinkte Webseite recht wenig auskunftsfreudig ist, ob die verrückten „Araber“ tatsächlich „10-15 Dollar“ für ein Kilo lumpige Holzkohle bezahlen, hab ich mich dann mal zusammengerissen und etwas weitergelesen:

Für 20 Säcke Holzkohle mit jeweils 20 kg brauchen wir 2 große Akazien. Wir bekommen 5 Dollar von einem Aufkäufer, der es in die Golfstaaten für 10 bis 15 Dollar weiterverkauft, wenn die Nachfrage hoch ist.

Wer hätte das gedacht.

Quelle: Biomasse finanziert den Terror in Ostafrika (heise.de/tp)

Leistungsschutzrecht, die Drölfte

Golem meint:

Verlage knicken beim Leistungsschutzrecht ein

Guter Plot schonmal fürn Anfang. Wird aber besser:

Die Presseverleger hätten die VG Media daher „ganz überwiegend angewiesen, ab dem 23. Oktober 2014 gegenüber Google eine widerrufliche ‚Gratiseinwilligung‘ in die unentgeltliche Nutzung ihrer Presseerzeugnisse zu erklären“

Auf deutsch: die merken tatsächlich mittlerweile scheinbar, dass sie hart dumm sind und bisher nicht verstanden haben wie eine Suchmaschine funktioniert, das nicht verstehen wollten oder gar so tun, als würden sie es nicht verstehen. Ich tendiere ja zu letzterem, anders ist das:

widerrufliche

schwer zu erklären.
Ach geht noch weiter:

Die Verleger „sehen sich angesichts der überwältigenden Marktmacht von Google zu diesem außergewöhnlichen Schritt gezwungen“, hieß es in der Erklärung weiter.

Die überwältigende Marktmacht kann und konnte man seit dem Entstehen von google und anderen Suchmaschinen recht einfach mit einer robots.txt brechen.
Und: gezwungen – haha! Man hätte sich einfach das schwachsinnige Gesetz sparen und stattdessen Energie in Journalismus investieren können.
Das ganze substanzlose Gefasel darum ist meines Erachtens Mimimi von beschränkten BWLern.

Quelle: Verlage knicken beim Leistungsschutzrecht ein (golem.de)

Nicht gelesen: „Preisheiten“

Grad zufällig bei ner Recherche über ein Buch gestolpert: Preisheiten: Alles, was Sie über Preise wissen müssen von Hermann Simon. Wenn ich jetzt aus Neugierde beim Verlag, bei Amazon oder auf des Professors Webseite nach weiteren Informationen suche, dann weiss ich: it’s the Internet stupid! Die kippen alle ihre sinnfreien und nichtssagenden Teaser in mein Internet und haben ihre Schuldludrigkeit getan. Laut der wenigen Rezensionen (wenn man mal die der Jubelperser und der offensichtlich scheinbar gekauften weglässt) wird es wahrscheinlich ziemlich Scheisse sein. Auf Amazon wird das Buch mit einem Zitat von irgendeinem anderen Professor „beschrieben“:

„Ich lese mit einem großen Interesse auch Ihr neuestes Werk „Preisheiten“.Ich finde, dass diese Arbeit das erste in der Geschichte lesbare Buch zum Thema Preisbildung darstellt – Sie haben die natürliche Langweiligkeit dieses Themas glänzend überwunden.“

Die natürliche Langweiligkeit von irgendwelchen Zitaten auf irgendwelchen Buchdeckeln.

Deutschlands dümmstes Boulevardblatt…

Der Spiegel schreibt in einem widerwärtig „Deutschlands dümmste Gewerkschaft“ betitelten Artikel neben allerlei anderem Schmarrn:

Derzeit bastelt die Bundesregierung zudem an einem Gesetz zur sogenannten Tarifeinheit. Im schwerwiegendsten Fall dürften sogenannte Spartengewerkschaften dann nicht mehr streiken, weil die größeren mit mehr Mitgliedern in einem Betrieb dann Vorrang hätten.

Schön gezirkelschlusst. Die Gewerkschaft (bzw. die Lokführer) darf nicht streiken, weil man ihr ja eh durch die Hintertür das Streikrecht nehmen könnte. m( Gehts noch einen Zacken dümmer? Könnten die sich aus Angst nicht einfach gleich erschiessen oder wie? So ein widerwärtiger riesiger Hartmüll, die Woche fängt richtig gut an. Bonuswitz: Die Lokführer verdienen um die 2000,- netto, das war mir grad neu.

Frag mich, warum die nich schon eher gestreikt haben…

Schirrmacher-nachrufe…

braucht kein Mensch.
Hab da doch grad was hybsches gefunden, was ich meinen 3 Lesern nicht vorenthalten möchte:

Die Ambivalenz, die geistige Überlegenheit in sich trägt
(ueberschaubarerelevanz.com)
Spass ham!

Das Sturmgeschütz 14/2014

der aktuelle Spiegel schreibt ne Geschichte über einen Verein, dem noch nicht genug Historie in Weimar vorhanden ist, und die da das Bachhaus wieder aufbauen wollen. Da gibts sogar ne Petition – sinngemäss: „wir wollen das Bachhaus auf dem Grundstück von dem und dem wieder aufbauen, aber der gemeine Kapitalist will das nich“ – für.

Einleitung, zweiter Absatz:

Zwar hat der Komponist im 18. Jahrhundert fast zehn Jahre lang in der Stadt gelebt, am Markt 16, mitten im Zentrum.
Doch das Haus ist längst abgerissen, heute stehen an der Stelle Bratwurststände und Autos.

wunderschön illustriert mit einem Foto dieses Schandflecks auf dem neben einer (zugegeben recht hässlichen) Mauer, die selbstverständlich ein paar Autos aus der öffentlichen Wahrnehmung entzieht(!) – tada! – genauso selbstverständlich natürlich kein Bratwurststand zu sehen ist (und sonst auch nie einer steht, selbst zum Zwiebel- oder Weihnachtsmarkt nicht).
„Mitten im Zentrum“ ist natürlich auch ne schöne Geschichte, wenn Richtung Osten noch 2 Häuser kommen und dann erstmal über einen Kilometer nichts und dann ein paar 80er-Jahre Zone-Vorstadt-Häuschen.

Nichts deutet darauf hin, dass sich unter dem Parkplatz ein bedeutsames Renaissance-Gewölbe befindet:  [Spiegel-Geschwurbel].

Da muss man dem Autor zustimmen, an der Mauer ist leider leider nur eine Tafel angebracht, der man entnehmen kann, wen Bach vor Urzeiten hier mal geschwängert und wann er mal publikumswirksam gefurzt hat und dergleichen, wo man doch von allen anderen Sehenswürdigkeiten der Stadt weiss, dass irgendwelche modrigen Keller schon 2km vor dem „Ereignis“ grossflächig ausgeschildert sind.

Das ist soooo gemein!1111eins

Der Russe…

Headline im aktuellen Spiegel:

Die seelenlosen Spiele
Russland hat 38 Milliarden Euro in die Winterspiele gesteckt, [blablubb]. Dennoch blieben sich Russen und der Rest der Welt in Sotschi fremd. Für das deutsche Team endete Olympia gar mit einem Desaster – dem Dopingfall der Biathletin Evi Sachenbacher-Stehle.

… das isn ganz ausgebuffter Typ, hat der sich sogar einen „Dopingfall“ ausgedacht, fast so schlimm wie demletzt die Urkatastrophe des 2WK1. Den sollten wir im Auge behalten!111

Edit: den zugehörigen Artikel tatsächlich auch mal zunehmend angewidert dazu angelesen, und es läuft scheinbar tatsächlich darauf hinaus, dass die Evi wegen der bösen Russen gar nicht anders konnte als zu Dopen.

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