Der aktuelle Spiegel(42) …

… der wächst mal wieder über sich selbst hinaus.
Das ganze Heft wieder übervoll von Räuberpistolen und Schund und Müll, dass es eine wahre Freude ist.

Am besten hat mir der Artikel von Uwe Buse (Seite 56) gefallen. Da ist genau nichts, was man aus dem Zusammenhang heraus beispielhaft auszugsweise zitieren könnte, es ist komplett über mehrere Seiten mitsamt Punkt und Komma(ta) übelster ScheissdreckQuatsch.

Der Buse-Plot in Kurzform:
Der „Journalist“ Uwe Buse geht zu einer Firma, die Penetration-geschichten also Angreifbarkeit von Hard- und Software und dergleichen im Angebot haben, legt dort seinen Rechner und sein Handy auf den Tisch … und lässt im Artikel natürlich offen wie weit da der Zugriff zugelassen wird.
Die Hacker (das Wort „Hacker“ wird im Artikel gefühlt 200 Mal verwendet) dann jedenfalls hacken den derbe und a wait, geht doch was zu zitieren:

Was SPIEGEL-Reporter Uwe Buse bei einem Selbstversuch erlebt hat, kann auch jedem anderen Internetnutzer passieren

Jawoll! Ich stelle meinen Rechner und mein Telefon bei jemandem aufn Tisch, der das schon mal gemacht hat, dann kann mir das auch passieren. Wenigstens nur zur Hälfte gelogen.

Ok, noch ein willkürliches Zitat aus der Mitte:

Als Nächstes ruft mein Hacker Google Maps auf, klickt auf die Kartenansicht und zoomt sich von oben an mein Haus heran

Welcher „Hacker“ schaut sich bitte freiwillig die grottenschlechten Sat- und/oder Strassen-Fotos von Google an? (im Teaser taucht dann selbstverständlich unter anderen ein (falsch bzw. nicht lizensierter) Screenshot von OSM auf) )

Und zum Abschluss noch das Hilight:

Um künftig besser auf solche Angriffe vorbereitet zu sein, frage ich meine Hacker ein paar Tage später, wie ich mich schützen kann. Ich soll ein Leben führen, das mich sehr anstrengen wird. Keine Windows-Rechner mehr benutzen, sagen sie, sondern Linux als Betriebssystem.
Software-Updates immer installieren, und zwar schnell, das gilt vor allem für den Viren-Scanner. Eine Firewall einrichten, das Handy verschlüsseln, keine unnötigen Apps installieren. Kein Homebanking mehr, raten sie mir, schon gar nicht über das Handy, sondern immer persönlich zur Bankfiliale gehen und einen Vordruck ausfüllen.

Also, Mädelz: Kein Windows, Virenscanner immer aktualisieren, Firewall einrichten (wat?) (aufsmowl?) (dum?)

7 Kommentare to “Der aktuelle Spiegel(42) …”

  1.  tux. schrieb am 14. Okt 2013 um 11:10

    Pfff. Jeder Nachwuchshacker, der hauptberuflich noch mit der Trommel um Weihnachtsbäume rennt, könnte denen mal erklären, was von der Sicherheit von Linux und Firewalls so zu halten ist. Aber drüben beim SPIEGEL ist man ja nicht so technikaffin.

    Bleibt die Frage: Warum liest du den Schund?

  2.  Mike® schrieb am 14. Okt 2013 um 15:03

    [quote comment="165582"]Warum liest du den Schund?[/quote]
    Ich pflege gern meine Aversionen, ausserdem weiss ich gern genau, worüber ich mich aufrege.

  3.  tux. schrieb am 14. Okt 2013 um 15:11

    Ich verstehe. Dann nehm ich dich mal zum Vorbild. Falls ich heute nix besseres in den Nachrichten finde, versteht sich.

  4. […] Mike hat die dieswöchige Ausgabe des SPIEGEL derart überzeugend gelesen, dass ich nicht umhin kam, mir die digitale Ausgabe auch mal zu, nun ja, besorgen, und zwar für einen einzigen Artikel. Dieser Artikel trägt die Überschrift „Der Tag, an dem ich schwul wurde” und beschreibt einen Selbstversuch des SPIEGEL-Mitarbeiters Uwe Buse – hihi -, der ein paar White-Hat-”Hacker” (inflationär verwendete Berufsbezeichnungen genieße ich bevorzugt mit Vorsicht) auf die Frage angesetzt hat, was für Möglichkeiten sich so ergeben, wenn man vollen – auch physischen – Zugriff auf fremde Hardware erhält. […]

  5.  Gerd Taddicken schrieb am 23. Okt 2013 um 18:28

    2013-10-23, gg. 19.19 h

    Hallo die Runde!

    Als einfacher Anwender – trotz langer Zeit – hat mich heute der Artikel (beim Zahnarzt gelesen) ganz schön schockiert.

    Jetzt nach ein paar Stunden ;Gährens‘ ist mir etwas Eingefallen: Der Autor, Herr Buse‘ wollte einfach einmal zeigen, wenn gezielt von jemandem eine Person, eine Familie, ausspioniert werden sollte.

    Explizit fällt mir die Entführung von Herrn Reemtsma ein, dessen Entführer Vorgestern (?) nach Verbüßung der Strafe aus der Haft entlassen wurde.

    Mit freundlichen Grüßen

    Gerd Taddicken – Nordenham

    P.S. Was bedeutet ,Spamschutz…‘ – habe ich angeklickt

  6.  Mike® schrieb am 29. Okt 2013 um 3:51

    Selbe Thematik, andere Namen/ Medien:
    Ähm … Äh … Pffffff… Nee, tut mir leid. (ueberschaubarerelevanz.wordpress.com)

  7.  Mike® schrieb am 11. Nov 2013 um 2:22

    Gerd: Der Artikel hat erreicht, was er wollte: schockieren.
    Das ist ne schöne Sache, wenn man DAU-kompatibel eine Message transportieren will.
    Es ist nur eine recht schlechte Idee, wenn man Panik verbreitet mit Beispielen, die an den Haaren herbeigezogen sind.
    Fein dass Du aus dem Häusschen bist. Dumm nur, dass Buse sein Gewäsch genau nirgendwo hilft Rechner, Kommunikation und dergleikchen sicher zu machen.
    Du kannst tun was Du willst, wenn Du mir Deinen Rechner und Dein Adminkennwort (wie offenbar im übelst investigativen Buse-plot passiert) überlässt, dann mach ich Dich nackig.
    Ok, dein Kennwort brauch ich dazu nur in extrem seltenen Ausnahmefällen.

    Kurzfassung:
    Hat jemand uneingeschränkten Zugriff auf die Hardware (rechner) dann hat er in selber Regel uneingeschränkten Zugriff auf die Software incl. aller Daten.

Trackback-Adresse | RSS-Feed für die Kommentare abonnieren

Hinterlasse einen Kommentar:


(Wir behalten uns vor Kommentare von dummen Menschen entweder zu löschen oder exemplarisch für die Nachwelt zu konservieren. Dumme Kommentare mit Werbelinks müssen leider auf zweiteres Privileg verzichten.)

XHTML: Du kannst diese Tags verwenden:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>