Jackass im ZDF

Der Unfall des Wett-Kandidaten bei der letzten Ausgabe von Wetten, dass…? ist in allen Medien Thema. Während das ZDF an seinem Quoten-Hit festhält, kritisieren viele Medien die Sendung, nur ein paar fordern ihre Absetzung. Trotz der Kritik muss man sich fragen, wo eigentlich der große Shitstorm bleibt, dem MTV wegen Jackass ausgesetzt war. Jackass sei unverantwortlich, verleite Jugendliche zu gefährlichen Aktionen und müsse deshalb verboten werden, war damals das Argument der empörten Sittenwächter. Tatsächlich traten bei Jackass Profis auf, Risiken wurden minimiert, eingeschickte Fan-Videos wurden nicht gezeigt, nach der Kritik wurde sogar explizit dazu aufgerufen, keine Videos einzuschicken und die gezeigten Aktionen nicht nachzumachen.

Und Wetten, dass…? Macht genau das Gegenteil! Profis dürfen nicht mitmachen. Die Sendung lebt davon, dass Zuschauer sich bewerben und – neben Bierflaschen einsortierenden Kranführern und Frauen am Gummistiefelgeruch-Erkennern – waghalsige Aktionen durchführen. Durch die Möglichkeit zur Eigenwerbung vor einem Millionenpublikum und der Wahl zum Wettkönig werden sogar Anreize geschaffen, möglichst spektakuläre und damit oft besonders risikoreiche Wetten anzubieten. Seit 30 Jahren geht das gebührenfinanzierte ZDF mit dieser Masche nun schon erfolgreich auf Quotenfang. Eine gesellschaftlich relevante, kulturelle oder bildende Komponente ist bei dem Spektakel lange nicht erkennbar. Und die gute Quote? Die hatte Jackass auch, gegen eine öffentlich-rechtliche Gebührenfinanzierung der Sendung hätte es trotzdem massive Proteste gegeben. Deshalb: Wetten, dass…? Nein Danke!

2 Kommentare to “Jackass im ZDF”

  1.  David schrieb am 07. Dez 2010 um 17:05

    Ich denke, Du bringst hier was durcheinander. Bei Jackass hat man es förmlich darauf angelegt, sich möglichst kontrolliert in spektakuläre Unfälle zu verwickeln.

    Wenn man „Wetten, dass…?“ etwas vorwerfen möchte, dann dass sich das Niveau sukzessive dem der Privaten annähert und dass sie sich diesen blonden Sidekick mit Spachfehler Akzent haben aufschwatzen lassen. Wirklich erschreckend ist, dass sich dieses Format im direkten Wettkampf mit einer Sendung sieht, bei der ein Schwarzer, eine Tulpenzüchterin und ein Selbstdarsteller aus dem vorigen Jahrtausend Kandidaten bewerten, die Nackt, mit Feuerwekskörpern im Hintern, über die Bühne hüpfen.

    Das deutsche Unterhaltungsfernsehn ist nicht mehr zu retten. Vor dem Hintergrund gibt „Wetten, dass…?“ ein einigermaßen vernünftiges Bild ab, zumals es eben nicht nur einen Kultur- und Bildungsauftrag hat, sondern auch unterhalten soll. Riskante Wetten gab es schon immer und Unfälle passieren nun mal. Die Art wie seitens der Veranstalter damit umgegangen wurde, kann man eigentlich auch nur loben.

  2.  Jackass im ZDF schrieb am 11. Dez 2010 um 23:06

    Es ist doch so, was sollte das bitte für eine Wette sein? Das war einfach nur dumm, wie Jackass, deshalb stimme ich dem Autor zu! Streng genommen war es sogar schlechter und unsicherer als das was Jackass da abgibt aber es war in jedem fall auch einfach dumm und die Intention ist auch die gleiche… die Quote 😉

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