ShortURLs selber bestimmen

Besonders seit dem Twitter-Hype werden URL-Shortener immer beliebter. An TinyURL, bit.ly, u.nu oder 1.000 anderen ähnliche Diensten kommt man kaum noch vorbei. Oft kommt der Kurz-URL aber nicht von den Usern, sondern wird automatisch umgewandelt. Twitter wandelt zu lange URLs bspw seit einiger Zeit in bit.ly-KurzURLs um (vorher TinyURL). Für die URL-Shortener springen dabei nette Infos zu Surfverhalten und Trends im Web raus, was desto interessanter ist, je mehr Marktanteil der Dienst hat. Aber was passiert, wenn bit.ly down ist? Dann sind plötzlich diverse Tweets („Twitter-Nachrichten“) nutzlos, weil sich darin enthaltene Links nicht nutzen lassen. Der User weiß außerdem vor dem Klicken nicht, was ihn auf dem verlinkten Dokument erwartet.

Eine mögliche Lösung: Website-BetreiberInnen stellen selber kürzere URLs zur Verfügung, die von anderen Diensten oder Usern übernommen werden können. Genau das ermöglicht rev="canonical". Flickr bietet diese Alternative bereits mit dem eigenen URL-Shortener flic.kr an.

http://flic.kr/p/6riBbA verlinkt bspw. auf http://www.flickr.com/photos/gregormo/3568131498/. Angezeigt wird die mögliche Kurz-URL durch ein link-Element im head:

<link rev="canonical" type="text/html" href="http://flic.kr/p/6riBbA" />

Würde ich den langen URL twittern, könnte Twitter sich die Flickr-Kurz-URL holen, und diese statt der bit.ly-URL benutzen. Das gilt natürlich nicht nur für Flickr, sondern für jede beliebige Website. Das würde einer Monopolstellung eines einzigen Dienstes entgegenwirken, was zu große Marktmacht und Fehleranfälligkeit minimiert. Fraglich ist nur, ob Twitter das überhaupt will und nicht viel mehr Profit aus seiner Marktmacht schlagen will.

(via Randolf Jorberg & Chris Shiflett)

Update: Thomas Scholz erklärt auf seiner Website, wie man eigene kurz-URLs erzeugt.

9 Kommentare to “ShortURLs selber bestimmen”

  1. [...] Besuch, schau doch einfach mal wieder vorbei!Mittlerweile wird es aktuell! Mehr dazu siehe bei Trash-Log und Randolf [...]

  2.  Blacker47 schrieb am 10. Jun 2009 um 17:07

    Ich glaube bei tinyurl war es früher möglich auf deren Homepage durch die Eingabe des Kürzels das Original wieder rauszubekommen, ohne die Seite zu besuchen.

    Auf die Schnelle habe ich bei tinyurl diese Funktion jetzt nicht gefunden.

  3.  Greg schrieb am 10. Jun 2009 um 17:50

    Das geht bei fast allen anbietern. Bei bit.ly zB durch einfügen von /info/ in die Kurz-URL: http://bit.ly/info/1lNiwo oder bei u.nu durch anhängen eines Fragezeichens an den Kurz-URL. Das bringt einem jedoch nichts, wenn die Site down ist.

  4.  klml schrieb am 10. Jun 2009 um 23:50

    wenn bit.ly down ist?

    http://ur1.ca bietet die Datenbank ständig zum download an, so könnte man (sofern unabhängige Dritte diese sichern) wenigstens alle deeplinks retten.

    Zwar finde ich die canonical links sehr gut, aber warum werden die nicht prinzipiell eingesetzt?

    Gut bei Microblogging gehts um jedes Zeichen, aber der eigentlich Sinn von shortener ist es ja einen link von einer unerträglichen, bescheuerten, technischen Länge (tlws über 800 Zeichen) auf ein lesbare Niveau, wenigstens ohne Zeilenumbruch zu bringen.

    Wirklich coole links sind eh kurz.

  5.  Greg schrieb am 11. Jun 2009 um 10:35

    http://ur1.ca bietet die Datenbank ständig zum download an, so könnte man (sofern unabhängige Dritte diese sichern) wenigstens alle deeplinks retten.

    Da müsste sich nur jemand drum kümmern. Der normale User sucht sich doch den Link dann nicht aus einer DB raus.

    Wirklich coole links sind eh kurz.

    Nein. Wirklich coole URLs sind aussagekräftig. Die Kürze ist bestenfalls das 2. Kriterium. Nehmen wir dieses Beispiel:

    trash-wissen.de/2009-06-09/shorturls-selber-bestimmen/#comments
    u.nu/38xa

    Beides zeigt auf die gleiche Seite, aber beim ersten weiß ich genau, was ich kriege. Welche Site? Datum (braucht man nicht unbedingt, kann aber interessant sein)? Titel des Artikels und dass es ein Sprungklink ist. Das alles erkenne ich beim zweiten URL nicht. Kurze URLs haben (abseits von Platzspargründen) nur den Vorteil, dass man sie schneller tippen kann. Aber wer tippt schon diese Short-URLs, die kopiert man, oder klickt einen Link direkt.

  6.  Thomas Scholz schrieb am 12. Jun 2009 um 23:57

    WordPress kann man je nach Länge des Domainnamens auch direkt zur Erzeugung einer kurzen URL benutzen. Die URL /?p=1234 leitet dann auf den Permalink des entsprechenden Beitrages um.

    Ich biete das zu all meinen Beiträgen schon eine Weile an; allerdings verwende ich rel="alternate shorter", weil ich das als präzisere Beschreibung der Beziehung sehe.

  7.  Greg schrieb am 13. Jun 2009 um 18:49

    Danke für den Tipp! Habe das auf einer anderen Website gerade schonmal eingebaut. Ich benutze rel="alternate shorter" und rev="canonical". Das schließt sich ja nicht aus und sicher ist sicher.

  8.  Greg schrieb am 16. Jun 2009 um 16:37

    Achja, wo wir gerade davon reden: Cli.gs wurde gehackt und hat kein Backup.

  9.  Bernhard Häussner schrieb am 20. Jun 2009 um 12:53

    Die Frage, ob rev oder rel, oder was als rel=“inhalt“ verwendet werden soll, wurde im englischsprachigen Internet, unter anderem bei twitter selbst, schon recht ausführlich diskutiert. Nach zahlreichen praktischen und semantischen (sprachlichen) Erwägungen, hat sich herausgestellt, dass rel="shortlink" am meisten Sinn macht. Mehr Informationen dazu in der shortlink Specification.

    Um die von Website-BetreiberInnen angepriesenen shortlinks auf Twitter zu verwenden, habe ich ein kleines Bookmarklet erstellt, dass mit einem Klick auf der Seite nach einer so ausgezeichneten URL sucht und diese, mitsamt es Seitentitels, in das Texteingabefeld der twitter-Homepage einfügt.

    PS: Das Spamschutz-Feld nervt. Es hat sich eigentlich bewährt irgendwo kleine 1×1px input-Felder zu verstecken, die nicht ausgefüllt werden müssen, oder?

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