Tagesschau für’s Iphone

Momentan gibt’s viel Wirbel um eine geplante Tagesschau-app, wo man sich an den Kopf greifen muss, mit welchen Argumenten dagegen geschossen wird. Speziell Springer, die mit Bild und Welt zum gefühlt einedillionsten Male testen wollen, wie man im Netz mit Paid-content aufs Maul fällt, faseln einen durchsichtigen Nonsens daher, dass einem schlecht wird.
Wobei, mit dem auf’s Maul fallen wird wohl doch etwas schwerer, wenn’s um Apple-fanbois und Iphone-deppen geht:

In Apples „App Store“ landeten die Programme ganz vorne, wenn auch diverse Käufer sich beschwerten, nicht mitbekommen zu haben, dass die Bild- und Welt-Apps monatlich neu gekauft werden müssen.

Die Elite sozusagen.
Ääh, was wollte ich? Ach ja:

Bei Springer reagierte man mit Befremden: „Es gehört ganz sicher nicht zum Grundversorgungsauftrag öffentlich-rechtlicher Fernsehanstalten, kostenlose Applets auf dem iPhone zur Verfügung zu stellen“, ließ Sprecherin Edda Fels der Presse mitteilen. Das sei eine „nicht tolerierbare Marktverzerrung“.

Das ist Unfug, bzw. das Pferd von hinten aufgezäumt. Die öffentliche Grundversorgung gehört selbstverständlich auf Geräte mit Internetzugang, und siehe da – tada! – da ist sie auch schon. Tagesschau.de kann jeder Interessierte entweder direkt in einem mobilen Browser lesen, oder „halb“-direkt in einem RSS-Reader. Für dünne Leitungen oder kleine Displays gibt’s eine Mobilversion ohne oder mit Bildern, offline für Unterwegs ohne Netz gibt’s eine Avantgo-version. (Von letzterem kann man sicherlich halten was man will…)

Und genau da ist der springende Punkt, keine Sau braucht eine Extrawurst für ein einziges Gerät, da wird das Geld des Gebührenzahlers für pseudoelitären Spielkram zum Fenster rausgeworfen.

Quelle: Springer fühlt sich verapplet (taz.de)

5 Kommentare to “Tagesschau für’s Iphone”

  1.  Simon schrieb am 05. Jan 2010 um 16:59

    Jetzt erklär aber mal inwiefern das zusammenklicken einer iPhone-App Gebühren „verschwendet“. So eine App bastelt doch jeder Programmierer in einem halben Tag zusammen.
    Und ob jetzt ein festangestellter Progammierer der Tagesschau einen halben Tag an so einer App schraubt oder an der Mobilversion, ist doch finanziell unterm Strich echt egal.

  2.  Mike® schrieb am 05. Jan 2010 um 22:47

    Simon, uns Beiden ist aber hoffentlich schon klar, dass da kein festangestellter Programmierer der ARD eine App zusammenklickt.
    Das geht selbstverständlich wie üblich an die betreuende Agentur und die schreiben ’ne dicke Rechnung.

    Bei allem anderen würde mein Weltbild zusammenbrechen, und das wollen wir doch nicht, oder? 😉

  3.  Gerhard schrieb am 08. Jan 2010 um 9:59

    Sehr interessant! Danke für diesen ausführlichen Beitrag! Sehr nützliche Infos!

  4.  Mike® schrieb am 09. Jan 2010 um 23:42

    Simon:
    „Tagesschau“-App soll 30.000 Euro kosten.
    So viel zum „unterm Strich“.

  5.  Mike® schrieb am 21. Dez 2010 um 15:34

    genau ein Jahr haben die gebraucht, das Ding zurecht zu frickeln, wenn das „nur“ 30000 Latten gekostet hat, dann glaub ich auch an den Weihnachtsmann…

Trackback-Adresse | RSS-Feed für die Kommentare abonnieren

Hinterlasse einen Kommentar:


(Wir behalten uns vor Kommentare von dummen Menschen entweder zu löschen oder exemplarisch für die Nachwelt zu konservieren. Dumme Kommentare mit Werbelinks müssen leider auf zweiteres Privileg verzichten.)

XHTML: Du kannst diese Tags verwenden:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>